DEB fördert Frauen-Eishockey-Bundesliga mit 100.000 Euro jährlich
Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) unterstützt die Deutsche Frauen Eishockey Liga (DFEL) künftig mit 100.000 Euro pro Jahr. Dies gab DEB-Vorstandsvorsitzender Frank Lutz am Rande des Länderspiels der deutschen Frauen gegen die Schweiz in Kaufbeuren bekannt. Die Nationalspielerinnen hatten zuvor einen 5:1-Sieg gegen die Olympiadritten gefeiert.
Strukturelle und finanzielle Probleme in der DFEL
Lutz betonte, dass die Liga weiterhin mit strukturellen und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Aktuell umfasst die DFEL nur noch fünf Mannschaften: Seriensieger ECDC Memmingen, die Eisbären Berlin, den ERC Ingolstadt, die Mad Dogs Mannheim sowie HK Budapest. In den vergangenen zwei Jahren hatten sich der Rekordmeister ESC Planegg und die Bergkamener Bären zurückgezogen.
Gezielte Förderung statt Gießkannenprinzip
Die 100.000 Euro sollen nicht gleichmäßig verteilt, sondern gezielt eingesetzt werden. Lutz erklärte, dass damit vor allem Klubs unterstützt werden sollen, die kurz vor dem Aufstieg in die DFEL stehen, aber wirtschaftlich noch nicht ganz die nötige Stabilität erreicht haben. Ziel sei es, die Liga zu erweitern und mehr Breite zu schaffen. Lutz hofft zudem auf eine Signalwirkung für Sponsoren und die Deutsche Eishockey Liga (DEL) der Männer. Er verwies auf die positiven Beispiele aus der Schweiz und Schweden.
Notwendigkeit einer größeren Liga
Eine größere DFEL sei elementar für die Nationalmannschaft, so Lutz. Derzeit gibt es in Deutschland rund 3000 Eishockeyspielerinnen, wobei die Hälfte bis zur U15 aktiv ist. „Wir verlieren in den höheren Altersklassen immer mehr Spielerinnen – einfach, weil es strukturell nicht passt und die Distanzen zu den Klubs zu groß sind“, sagte Lutz. „Wir brauchen mehr Klubs in der DFEL.“
Olympia-Comeback und großes Zuschauerinteresse
Bei den Olympischen Spielen in Mailand hatten die DEB-Frauen nach zwölf Jahren ihr Comeback gefeiert und Platz sieben belegt. Zeitweise verfolgten mehr als vier Millionen Zuschauer die Spiele im Fernsehen. In Kaufbeuren feuerten 1308 Fans die Nationalspielerinnen an. Beim entscheidenden DFEL-Finale zwischen Memmingen und Berlin Ende März kamen sogar 2679 Zuschauer.



