Trotz Horror-Saison: So bleibt Dresden doch noch in der DEL
Die Dresdner Eislöwen haben ihre Premierensaison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) als abgeschlagener Tabellenletzter beendet. Mit einer deutlichen 1:6-Niederlage in Bremerhaven verabschiedete sich der chancenlose Aufsteiger theoretisch aus der Eliteliga. Praktisch besteht jedoch weiterhin die Möglichkeit, dass die Sachsen auch in der kommenden Spielzeit in der DEL antreten.
Lizenzfrage entscheidet über Auf- und Abstieg
Der Grund für diese besondere Situation liegt eine Liga tiefer in der DEL2. Der kommende Meister der zweiten Liga steigt nur dann auf, wenn er zuvor eine entsprechende Lizenz beantragt hat und diese auch bewilligt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es automatisch keinen Absteiger aus der DEL.
In den am Dienstag und Mittwoch beginnenden Playoffs der DEL2 haben lediglich fünf der acht teilnehmenden Teams eine Aufstiegslizenz beantragt: Ravensburg, Rosenheim, Kassel, Krefeld und Landshut. Die drei übrigen Mannschaften – Weißwasser, Bietigheim und Regensburg – verzichteten hingegen auf einen Antrag.
Playoff-Paarungen mit entscheidender Bedeutung
Im Viertelfinale der DEL2-Playoffs kommt es zu folgenden Begegnungen: Krefeld gegen Landshut, Ravensburg gegen Bietigheim, Kassel gegen Weißwasser sowie Rosenheim gegen Regensburg. Gespielt wird bis zum Finale im Modus Best of Seven. Die Ausgänge dieser Serien könnten direkte Auswirkungen auf die Zukunft der Dresdner Eislöwen haben.
Dresdner Verantwortliche positionieren sich klar
Wie sehen die Verantwortlichen der Eislöwen diese außergewöhnliche Situation? „Sollte es so sein, dass der Meister keine Lizenz beantragt hat oder bekommt, schenken wir den DEL-Platz nicht her“, stellt Geschäftsführer Maik Walsdorf unmissverständlich klar. Gleichzeitig betont er jedoch: „Für das Eishockey in Deutschland wäre es besser, wenn es Auf- und Absteiger gibt. Das wünsche ich mir auch. Zumal es wieder nicht einfach werden würde, ab Anfang Mai ein DEL-Team aufbauen zu müssen.“
Späte Planungssicherheit als Problemfaktor
Die späte Planungssicherheit im Aufstiegsjahr war für die Dresdner ein wesentlicher Grund für den sportlichen Offenbarungseid bei ihrer DEL-Premiere. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kaderplanungen der Konkurrenz bereits weit fortgeschritten und der Spielermarkt weitgehend abgegrast.
Trotzdem gibt der neu verpflichtete Sportchef Jens Baxmann zu: „Klar reden wir auch viel darüber, was jetzt in der DEL2 passiert. Es ist nicht so, dass wir sagen, hoffentlich gewinnt Bietigheim. Aber dass wir so ein bisschen Sympathien haben, ist auch klar.“ Aus Verbundenheit zu seinem früheren Verein drückt er zudem den Lausitzer Füchsen aus Weißwasser die Daumen.
Zukunftsplanungen bereits weit fortgeschritten
Das primäre Ziel der Dresdner Eislöwen bleibt ein neuer Anlauf in der DEL2, um auf sportlichem Weg zurück in die DEL zu gelangen. Die Planungen dafür sind bereits relativ weit gediehen. Baxmann erklärt: „Bis auf vier, fünf Positionen steht das Gerüst der Mannschaft. Nur bei den Import-Spielern ist noch etwas Geduld gefragt.“ Im Gegensatz zur DEL, wo neun Profis mit ausländischem Pass erlaubt sind, dürfen in der zweiten Liga lediglich vier Ausländer im Spielberichtsbogen stehen.
Kaderstabilität und Fan-Unterstützung
Mit fast allen Spielern des aktuellen DEL-Kaders, mit denen man auch für die Zukunft plant, konnte bereits Einigung erzielt werden. „Das ist zu 95 Prozent so“, verrät Baxmann. Zu diesem Kreis zählen unter anderem Torhüter Janick Schwendener, die Stürmer Drew LeBlanc und Tomas Andres sowie Verteidiger David Suvanto.
Auch auf die Unterstützung von Fans und Sponsoren können sich die Dresdner weiterhin verlassen. Die Enttäuschungen der abgelaufenen Saison scheinen die Eislöwen-Familie sogar noch enger zusammengeschweißt zu haben. Ein bemerkenswertes Zeichen: Für die kommende Spielzeit wurden bereits jetzt über 1000 Dauerkarten verkauft – ein beeindruckender Wert in dieser Situation.
Die Dresdner Eislöwen stehen somit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen sie sich auf eine mögliche weitere DEL-Saison vorbereiten, andererseits laufen bereits die Planungen für einen Neustart in der DEL2. Die Entscheidung darüber fällt letztlich in den Playoffs der zweiten Liga, wo die Lizenzfrage über das Schicksal des Dresdner Eishockeys entscheiden wird.



