Historisches Eishockeyturnier bei Olympia: Die Rückkehr der NHL-Superstars
Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo stehen vor der Tür und versprechen im Eishockey ein Turnier der Superlative. Erstmals seit den Spielen 2014 pausiert die nordamerikanische National Hockey League (NHL) wieder für die olympische Unterbrechung, was zu einem einzigartigen Stelldichein der weltbesten Eishockeyspieler führt. Kein anderer Wettbewerb der Winterspiele kann eine vergleichbare Dichte an internationalen Topstars vorweisen – Experten sprechen bereits vom besten besetzten Turnier der olympischen Geschichte.
Deutschlands Hoffnungsträger: Leon Draisaitl
Im Fokus der deutschen Mannschaft steht natürlich Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers. Der 29-jährige Stürmer, der als erster Deutscher überhaupt 2020 zum wertvollsten Spieler der NHL gekürt wurde, hat sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem absoluten Superstar entwickelt. In den vergangenen vier Spielzeiten übertraf er jeweils die magische Marke von 100 Scorerpunkten, mit einem persönlichen Bestwert von 128 Punkten im Jahr 2023.
„Für mich der beste deutsche Eishockeyspieler aller Zeiten“, urteilt ARD-Experte Erich Goldmann, der selbst bei Olympia 1998 und 2002 für Deutschland auflief. „Ein Spieler, der allein Spiele entscheiden kann, einer der besten Offensivspieler unserer Zeit. Perfektes Paket aus Übersicht, Passspiel und Abschluss. Unbeschreiblicher Eishockey-IQ.“
Draisaitl, der im vergangenen Dezember seinen 1000. Scorerpunkt in der NHL erzielte, wird mit seiner präzisen Passgenauigkeit, seiner Körperlichkeit und seinem kaltschnäuzigen Abschluss maßgeblich über den Erfolg des deutschen Teams entscheiden. Seine einzigartige Fähigkeit, aus spitzem Winkel mit dem Knie auf dem Eis zu treffen, macht ihn zu einer konstanten Gefahr für jeden Torhüter.
Die internationale Konkurrenz: Sechs Nationen, sechs Superstars
Das olympische Turnier verspricht ein äußerst ausgeglichenes Kräftemessen zu werden. Neben Deutschland mit Draisaitl treten fünf weitere Nationen mit ihren jeweiligen Superstars an:
- Connor McDavid (Kanada): Der 29-jährige Center der Edmonton Oilers gilt als derzeit bester Spieler der Welt. „Er ist der wahrscheinlich beste Eishockeyspieler unserer Zeit“, sagt Goldmann. „Unglaubliches Tempo gepaart mit Technik, Abschluss und Wille. Allein er ist es wert, das olympische Eishockeyturnier anzuschauen.“ McDavid besticht durch seine einzigartige Kombination aus Technik, Spielintelligenz und Puckkontrolle bei höchster Geschwindigkeit.
- Quinn Hughes (USA): Der 26-jährige Verteidiger der Minnesota Wild verkörpert das moderne Defensivspiel wie kaum ein Zweiter. Mit durchschnittlich 27:52 Minuten Eiszeit pro Partie steht er häufiger auf dem Eis als jeder andere Spieler der Liga. „Hughes ist ein Verteidiger mit einer großartigen Übersicht, die sich unter anderem im Überzahlspiel zeigt“, analysiert Goldmann.
- Roman Josi (Schweiz): Der 35-jährige Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft und Rekordspieler der Nashville Predators ist mehr als nur ein Verteidiger. „Josi verkörpert perfekt das schweizerische Eishockey der vergangenen 15 Jahre: schlittschuhläuferisch auf Weltklasseniveau“, sagt Goldmann. Der Spielgestalter sammelte 2021 unglaubliche 96 Scorerpunkte – eine Rekordmarke für einen Abwehrspieler.
- David Pastrnak (Tschechien): Der 29-jährige Stürmer der Boston Bruins schoss 2024 die tschechische Mannschaft in Prag zum Weltmeistertitel und gilt seitdem als Nationalheld. „Ein purer Offensivspieler mit einem unglaublich geschmeidigen Umgang mit dem Puck“, beschreibt Goldmann den Tschechen, dessen schnellster gemessener Schuss 167 Kilometer pro Stunde beträgt.
- Victor Hedman (Schweden): Der 35-jährige Verteidiger der Tampa Bay Lightning bringt mit seinen 110 Kilogramm und 1,98 Metern Körpergröße imposante physische Präsenz mit. „Hedman ist ein Verteidiger, der das perfekte Paket aus physischem Spiel, Spielverständnis und Schuss mitbringt“, urteilt Goldmann. Der zweimalige Stanley-Cup-Gewinner wird als Kapitän die schwedische Mannschaft führen.
Bundestrainer Kreis: „Die besten Spieler auf dem Planeten“
Bundestrainer Harold Kreis zeigt sich beeindruckt von der Qualität des bevorstehenden Turniers: „Ich kann mich nicht an Olympische Spiele erinnern, die so eine Konstellation an Spitzenspielern hatten, egal welches Land. Es sind die besten Spieler auf dem Planeten, die zu Olympia kommen.“
Die Rückkehr der NHL-Spieler nach zwölf Jahren Abwesenheit verleiht dem olympischen Eishockeyturnier eine historische Dimension. Während bei anderen Wintersportarten die Olympischen Spiele die Athleten zu Stars machen, verhält es sich im Eishockey umgekehrt: Hier bringen die bereits etablierten Superstars den olympischen Wettbewerb zu ungeahnter Strahlkraft.
Für Victor Hedman, der mit 35 Jahren wahrscheinlich seine letzte Olympiateilnahme erlebt, ist die Teilnahme ein besonderer Moment: „Bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, ist ein Traum, der wahr wird. Das ist wirklich nichts, was man als selbstverständlich ansehen kann.“
Das Turnier verspricht nicht nur spannende Duelle zwischen den sechs favorisierten Nationen, sondern auch ein einmaliges Schauspiel der individuellen Klasse. Von McDavids atemberaubenden Tempodribblings über Draisaitls präzisen Handgelenkschüssen bis hin zu Hedmans kraftvollen Bodychecks – die Olympischen Winterspiele 2026 werden zum Mekka für Eishockeyfans weltweit.



