Ungewöhnliche Vorstellung: Dresdens neuer Eishockey-Trainer im Touristenbus präsentiert
Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, nun wurde es auf besonders originelle Weise offiziell gemacht: Bo Subr (45) ist der neue Cheftrainer der Dresdner Eislöwen. Dass der Tscheche den DEL-Absteiger übernimmt, war bereits seit längerem erwartet worden. Die Art und Weise seiner Vorstellung war jedoch absolut einzigartig und sorgte für Aufsehen.
Medienpräsentation während der Stadtrundfahrt
Statt die Journalisten in die vertraute Joynext-Arena einzuladen, lud der Verein die Medienvertreter zu einer unkonventionellen Präsentation in einen Doppelstock-Touristenbus ein. Während einer ausgiebigen Stadtrundfahrt durch das malerische Dresden fand das Frage-und-Antwort-Spiel mit dem neuen Trainer statt. Sportchef Jens Baxmann erklärte den ungewöhnlichen Ansatz: „Bo Subr war zwar schon oft mit seinen bisherigen Teams in Dresden, aber eben nur in der Arena. Damit er die Stadt besser kennenlernt, haben wir diese besondere Form gewählt.“ So wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – die Vorstellung des Trainers und seine erste Stadterkundung.
Erfolgreiche Vergangenheit und klare Ziele
Baxmann betonte bei der Gelegenheit: „Bo Subr war unser absoluter Wunschkandidat, weil er in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er Meisterschaften gewinnen kann.“ Die Erfolgsbilanz des Tschechen spricht tatsächlich für sich: Mit den Tilburg Trappers wurde er dreimal in Folge Meister der Oberliga Nord (2016 bis 2018), führte danach die Löwen Frankfurt zum DEL-Aufstieg (2022), wurde mit den Kassel Huskies zweimal Hauptrunden-Erster in der DEL2 (2023, 2024) und scheiterte im vergangenen Jahr mit Ravensburg erst in einem dramatischen DEL2-Finale an Dresden selbst.
Jetzt soll der erfahrene Ex-Profi genau diese Dresdner Mannschaft zurück in die DEL führen. Subr, der einen für die ersten beiden Ligen geltenden Zweijahres-Vertrag unterschrieben hat, zeigte sich begeistert: „Ich habe Dresden zuletzt aus der Perspektive des Gegners sehr intensiv erlebt und dabei gespürt, welche unglaubliche Energie in diesem Standort steckt. Vor allem durch die leidenschaftlichen Fans.“ Der Trainer, dem auch ein besonderes Gespür für die Arbeit mit Nachwuchsspielern nachgesagt wird, fügte hinzu: „Die Eislöwen sind ein ambitionierter Club mit enormem Potenzial. Es geht nun darum, die richtigen Grundlagen zu legen und gemeinsam eine Mannschaft zu formen, die hart arbeitet und mit voller Leidenschaft auftritt.“
Persönliche Gründe und sportliche Perspektiven
Für Subr, der aus dem tschechischen Tabor stammt – etwa 100 Kilometer südlich von Prag –, war auch die geografische Nähe zur Heimat ein wichtiger Faktor bei seiner Entscheidung. „Seit meinem 16. Lebensjahr war ich nicht mehr so nahe an meiner Heimat“, erklärte der Trainer, der derzeit in Dresden auf Wohnungssuche ist. Seine Frau und die beiden Töchter (12 und 7 Jahre alt) planen, im Sommer nachzuziehen.
Der Kader für die kommende DEL2-Saison steht bereits bis auf drei oder vier Importspieler fest. Bevor die letzten Kaderstellen vergeben werden, könnte es allerdings noch etwas dauern. Grund sind anhaltende Spekulationen, dass die Krefeld Pinguine im Falle eines Sieges im DEL2-Finale gegen Kassel (aktueller Serienstand 2:0) aus finanziellen Gründen auf einen Start in der DEL verzichten könnten. In diesem Fall wäre Dresden der erste Nachrücker für die höchste Spielklasse – eine zusätzliche Motivation für den neuen Trainer und sein Team.



