EHC Red Bull München plant filigranen Kaderumbau nach Halbfinal-Aus
Nach dem bitteren 1:4-Aus im Halbfinale gegen die Adler Mannheim steht der EHC Red Bull München vor einem behutsamen Kaderumbau. Während die Profis zunächst Abstand von der Enttäuschung nehmen, laufen am Oberwiesenfeld bereits die Planungen für die kommende Saison. Im Fokus stehen dabei die Zukunft von Kapitän Patrick Hager und der langjährigen Klublegende Konrad Abeltshauser.
Trainer David sieht deutlichen Fortschritt trotz Halbfinal-Aus
Cheftrainer Oliver David blickt auf seine erste Spielzeit beim EHC zurück, die mit Platz vier in der Hauptrunde und dem Erreichen der Vorschlussrunde endete. "Wir haben eine Menge Schritte in die richtige Richtung getan", resümierte der Trainer. "Es war eine wunderbare Saison. Einige Spieler hatten ihren Durchbruch, einige haben die Möglichkeiten genutzt, die sich geboten haben." Nach zwei enttäuschenden Jahren unter den Erwartungen markiert diese Spielzeit einen deutlichen Fortschritt für den Verein.
Kapitän Hager mit unklarer Zukunft – Abeltshauser nach zehn Jahren im Fokus
Der 37-jährige Kapitän Patrick Hager ließ seine Zukunft offen. "Wir brauchen jetzt nicht über die Zukunft reden", sagte der Routinier, der mit 15 Toren und 36 Scorerpunkten in 62 Spielen eine starke Saison gespielt hat. Sein Führungswert ist unbestritten, doch ob er ein weiteres DEL-Jahr anhängt, bleibt ungewiss.
Noch unklarer ist die Situation bei Konrad Abeltshauser. Der 33-jährige Verteidiger spielt seit Januar 2016 für den EHC und ist eine Identifikationsfigur des Vereins. Nach zehn Jahren am Oberwiesenfeld muss sich zeigen, ob die Vorstellungen von Spieler und Klub noch deckungsgleich sind.
Sichere Abgänge und mögliche Neuzugänge
Als feststehende Abgänge gelten Torwart Simon Wolf, der seine Karriere in Schwenningen fortsetzt, und Nikolaus Heigl, der seinem Bruder Thomas nach Nürnberg folgt. Zudem gibt es NHL-Interesse an Veit Oswald von den Edmonton Oilers, und der junge Lette Alberts Smits plant vermutlich einen Wechsel nach Nordamerika.
Als mögliche Neuzugänge werden der Österreicher Lucas Thaler von Red Bull Salzburg und Elis Hede vom Straubing Tigers gehandelt. Hede soll bereits einen Dreijahresvertrag erhalten haben, doch offizielle Bestätigungen vom EHC stehen noch aus.
Gesprächswoche und Saisonabschlussfest
In dieser Woche finden am Oberwiesenfeld die entscheidenden Gespräche mit den Spielern statt. Die Personalplanungen werden von EHC-Boss Christian Winkler und Sportdirektor Neville Rautert vorangetrieben. Am Samstag kommen dann Mannschaft, Trainerteam und Fans zum geselligen Saisonabschluss zusammen.
Insgesamt dürften sich die Veränderungen im Kader bei etwa einem halben Dutzend Spielern einpendeln – deutlich weniger als im Vorjahr, als es einen XXL-Umbruch gab. "Der Anspruch ist jedes Jahr zu gewinnen", brachte es Kapitän Hager auf den Punkt. Ob er selbst noch Teil dieser Ambitionen sein wird, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.



