Eishockey-Regeln erklärt: Power Play, Icing, Penalty und mehr
Eishockey-Regeln: Power Play, Icing, Penalty erklärt

Eishockey begeistert mit Härte, Tempo und Spannung. Doch die Entscheidungen der Schiedsrichter sind für Zuschauer nicht immer nachvollziehbar – das liegt am hohen Tempo, der körperbetonten Spielweise und dem komplexen Regelwerk. SPORT1 erklärt die wichtigsten Regeln, das Spielfeld, die Ausrüstung und die gängigsten Strafen.

Das Regelwerk und seine Gültigkeit

Verantwortlich für die internationalen Eishockeyregeln ist die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF). Nach diesen Regeln werden alle internationalen Turniere ausgespielt, darunter auch die Weltmeisterschaft 2025 in Dänemark und Schweden vom 9. bis 25. Mai. Auch nationale Ligen wie die Deutsche Eishockey Liga (DEL) unterwerfen sich diesem Regelwerk. Eine Ausnahme bildet die NHL, die teilweise abweicht – aufgrund ihres Status als weltbeste Liga. Das Regelwerk gilt jeweils vier Jahre, danach wird es evaluiert und bei Bedarf modernisiert.

Das Spielfeld im Eishockey

Eisfläche und Tore

Das Spielfeld hat eine Mindestlänge von 56 Metern und maximal 61 Meter. Die Breite liegt zwischen 26 und 30 Metern. Das Eis ist in drei Drittel unterteilt: zwei Angriffszonen und eine neutrale Zone in der Mitte. In jeder Hälfte befindet sich ein Tor mit einer Höhe von 1,22 Metern und einer Pfostenbreite von 1,83 Metern. Der Torraum vor dem Tor hat einen Radius von etwa 1,80 Metern und spielt eine wichtige Rolle beim Torraumabseits.

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Markierungen und Linien

Die rote Mittellinie teilt das Feld. Zwei blaue Linien begrenzen die Angriffszonen. Kurz vor dem Tor warnt eine rote Torlinie die Spieler – das Spiel hinter dem Tor ist erlaubt. Anspielpunkte (Face-off Spots) dienen zur Fortsetzung des Spiels nach Unterbrechungen oder Toren. Es gibt neun Anspielpunkte: fünf in der neutralen Zone und zwei in jeder Angriffszone.

Bande

Das Spielfeld wird von einer Bande begrenzt, die je nach Position unterschiedlich hoch ist. Im hinteren Bereich der Angriffszonen ist sie deutlich höher als in der Mitte. Unten befindet sich eine gelbe Kickleiste, oben ist Sicherheitsglas angebracht.

Die Teams und Ausrüstung

Eine Mannschaft umfasst maximal 22 Spieler, darunter zwei Torhüter. Auf dem Eis dürfen sich gleichzeitig sechs Spieler befinden – fünf Feldspieler und ein Goalie. In Ausnahmesituationen, meist am Spielende, können auch sechs Feldspieler eingesetzt werden. Es darf beliebig oft gewechselt werden, ausgewechselte Spieler können jederzeit zurückkehren. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung wird meist nach 40 bis 50 Sekunden gewechselt.

Schutzausrüstung

Die Schutzausrüstung ist vorgeschrieben und umfasst Helm mit Visier (nicht überall Pflicht), Nacken- und Kehlkopfschutz, Handschuhe sowie Schulter- und Brustkorbschutz. Mund- und Zahnschutz sind empfohlen, aber kein Muss. Torhüter tragen einen Helm mit Gesichtsmaske, Beinschoner, einen Fanghandschuh und einen Blockerhandschuh mit Schutzplatte.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Spielzeit

Die effektive Spielzeit beträgt drei Drittel zu je 20 Minuten. Da die Uhr bei Unterbrechungen angehalten wird, dauert ein Spiel im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Stunden. Zwischen den Dritteln gibt es 15-minütige Pausen. Bei Unentschieden folgt eine Verlängerung (Overtime), meist fünf Minuten, bei Bedarf ein Penaltyschießen.

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Wichtige Begriffe

  • Bully: Ein Schiedsrichter wirft den Puck zwischen zwei Spielern ein, um das Spiel nach einer Unterbrechung oder zu Beginn eines Drittels fortzusetzen.
  • Icing (Unerlaubter Weitschuss): Wenn der Puck aus der eigenen Hälfte über die rote Mittellinie und die gegnerische Torlinie gespielt wird, ohne berührt zu werden, pfeift der Schiedsrichter ab. Das Spiel wird mit einem Bully in der Endzone des werfenden Teams fortgesetzt. In Unterzahl gilt diese Regel nicht.
  • Abseits: Ein Spieler der angreifenden Mannschaft darf die blaue Linie des Angriffsdrittels erst überqueren, nachdem der Puck die Linie passiert hat. Verstöße führen zu einem Bully in der neutralen Zone.
  • Torraumabseits: Der Torraum ist für den Torwart reserviert. Ein Tor zählt nicht, wenn ein Angreifer den Torraum betritt, bevor der Puck die Linie überquert. Ausnahme: Der Spieler wird hineingedrängt.
  • Power Play (Überzahlspiel): Bei einer Strafe gegen einen Spieler muss dieser für zwei (oder mehr) Minuten auf die Strafbank. Das gegnerische Team spielt in Überzahl (5:4 oder 5:3). Es dürfen nie weniger als drei Feldspieler pro Team auf dem Eis sein.
  • Time-Out: Jede Mannschaft hat pro Spiel eine 30-sekündige Auszeit.
  • Penalty (Strafschuss): Der Schütze fährt allein von der Mittellinie auf das Tor zu und versucht, den Puck am Torwart vorbei zu schießen. Rückwärtsbewegung und Nachschüsse sind nicht erlaubt.

Strafen im Eishockey

Strafen werden mit Handzeichen angezeigt. Häufige Vergehen sind Behinderung, Haken, Beinstellen, Übertriebene Härte und Stockschlag. Der Schiedsrichter zeigt das Foul durch Heben des Arms an, das Spiel läuft jedoch weiter, bis das bestrafende Team in Puckbesitz kommt. Erzielt die nicht-foulende Mannschaft in dieser Zeit ein Tor, entfällt die Strafe.

Arten von Strafen

  • Kleine Strafen/Bankstrafen: Zwei Minuten auf der Strafbank für den foulenden Spieler oder einen Ersatzspieler. Das Team spielt in Unterzahl.
  • Große Strafen: Fünf Minuten auf der Strafbank, automatisch mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe verbunden. Der Spieler ist nach Verbüßung der Zeit vom Spiel ausgeschlossen.
  • Disziplinarstrafen: Zehn Minuten, oft kombiniert mit einer kleinen oder großen Strafe. Ein zweiter Spieler muss die kleine Strafe absitzen.
  • Matchstrafe: Sofortiger Ausschluss des Spielers, mindestens eine Spielsperre. Die Mannschaft spielt fünf Minuten in Unterzahl.

Schiedsrichter und Offizielle

Vier Spiel-Offizielle leiten das Spiel: zwei Schiedsrichter und zwei Linienrichter, die vor allem auf Abseits und Icing achten. Ein Video-Torrichter kann bei strittigen Entscheidungen hinzugezogen werden. Zwei Torrichter hinter den Toren aktivieren eine rote Lampe, wenn der Puck die Torlinie vollständig überquert hat. Weitere Off-Ice-Offizielle sind Stadionsprecher, Spielzeitnehmer und Punktrichter.

Schlägereien im Eishockey

Eine Besonderheit des Eishockeys ist die Schlägerei. Während sie in anderen Sportarten verpönt ist, gehört sie im Eishockey zum ungeschriebenen Kodex. Sie wird zwar bestraft, aber nicht im Keim erstickt, sondern oft nur getrennt.