Eiskunstlauf-Trainer nach Gewaltvorwürfen gesperrt - Olympia-Teilnahme verwehrt
Eiskunstlauf-Trainer nach Gewaltvorwürfen von Olympia gesperrt

Eiskunstlauf-Trainer nach Gewaltvorwürfen gesperrt - Olympia-Teilnahme verwehrt

Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) hat am Donnerstagabend die Sperre gegen den estnischen Eiskunstlauf-Trainer Raimo Reinsalu bestätigt. Damit ist ihm die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Mailand endgültig verwehrt. Der Weltverband ISU hatte die vorläufige Suspendierung bereits am vergangenen Wochenende verhängt, nachdem schwerwiegende Vorwürfe gegen den Coach aufkamen.

Vorläufige Suspendierung durch ISU Disziplinarkommission

„Nach einer Beschwerde wegen körperlicher und psychischer Misshandlung durch eine ehemalige Athletin, die von Herrn Reinsalu trainiert wurde, verhängte die Disziplinarkommission der ISU am 7. Februar 2026 eine dringende vorläufige Suspendierung gegen Herrn Reinsalu“, erklärte der Cas in einer offiziellen Stellungnahme. Die Maßnahme gelte während der laufenden Untersuchungen des Weltverbandes und bis zu einer endgültigen Entscheidung in der Angelegenheit.

Parallel zu dieser sportrechtlichen Maßnahme entzog das Litauische Olympische Komitee dem Trainer nach Rücksprache mit dem internationalen Verband und weiteren Sportbehörden die Olympia-Akkreditierung. Reinsalu sollte in Mailand eigentlich die litauische Meisterin Meda Variakojyte (18) betreuen, die in den vergangenen drei Jahren den nationalen Titel gewonnen hatte.

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Schwere Vorwürfe durch lettische Eiskunstläuferin

Im vergangenen Jahr hatte die lettische Eiskunstläuferin Sofja Stepcenko (19) öffentlich Missbrauchsvorwürfe gegen Reinsalu und seine Trainer-Kollegin Olga Kovalkova erhoben. Den Angaben zufolge sollen die beiden Trainer die Athletin trotz einer bestehenden Verletzung zur Teilnahme an Wettkämpfen gezwungen und erheblichen Druck ausgeübt haben, dass sie abnehmen müsse.

Diese Vorgehensweise habe laut Stepcenko zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen geführt, darunter Essstörungen, Selbstverletzungen und Depressionen. Die lettischen Behörden hatten bereits Ende des vergangenen Jahres Ermittlungen in der Angelegenheit aufgenommen.

Berufung vor Sportgerichtshof erfolglos

Reinsalu hatte gegen die Sperre Berufung eingelegt und argumentiert, dass sein Ausschluss von den Olympischen Spielen seinem Ruf „irreparablen Schaden zugefügt und sich negativ auf die von ihm trainierte Athletin ausgewirkt“ habe. Der Internationale Sportgerichtshof wies diese Argumentation jedoch zurück und betonte, dass eine vorläufige Sperre „keine Schuldvermutung impliziere, sondern dem Schutz der Integrität des Sports diene“.

Bereits im September 2025 hatte der Weltverband ISU den Trainer aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe von einer technischen Funktion beim Baku Junior Grand Prix in Aserbaidschan ausgeschlossen. Diese frühere Maßnahme deutete bereits auf ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Verhaltens des Trainers hin.

Auswirkungen auf die Sportwelt

Der Fall hat erhebliche Auswirkungen auf die Eiskunstlauf-Szene und wirft Fragen zum Schutz von Athleten vor Misshandlung im Leistungssport auf. Die schnelle Reaktion des Weltverbandes und die Bestätigung durch den Internationalen Sportgerichtshof zeigen, dass solche Vorwürfe zunehmend ernst genommen werden.

Die Untersuchungen der ISU zu den konkreten Vorwürfen gegen Raimo Reinsalu und Olga Kovalkova dauern derweil an. Eine endgültige Entscheidung über mögliche weitere Sanktionen steht noch aus, während die vorläufige Suspendierung weiterhin in Kraft bleibt und den Trainer von allen internationalen Wettkämpfen ausschließt.

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