Nach Olympia-Debakel: DEB-Sportdirektor Künast übernimmt Verantwortung für Fehler
Nach dem enttäuschenden Ausscheiden des deutschen Eishockey-Nationalteams bei den Olympischen Winterspielen in Mailand hat Sportdirektor Christian Künast vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) offen Fehler eingeräumt. In einem ausführlichen Interview mit MagentaSport zeigte sich Künast selbstkritisch und übernahm die Hauptverantwortung für die mangelhafte Vorbereitung.
Strukturelle Mängel und räumliche Trennung als Problem
Künast nannte konkrete Punkte, die bei den Olympischen Spielen schiefgelaufen sind. Die Planung der Strukturen vor Ort sei nicht optimal gewesen, insbesondere die Gestaltung der Kabinen und die räumliche Trennung zwischen den Spielern und dem Trainerteam um Bundestrainer Harry Kreis. Letzteres war nicht im Olympischen Dorf untergebracht, was laut Künast den Kontakt beeinträchtigte. „Dieser Kontakt hat irgendwo gefehlt – und das ist die größte Stärke von Harry Kreis. Der haben wir ihn irgendwo beraubt – auch ich, weil ich war mitentscheidend“, erklärte der Sportdirektor.
Interne Kritik von Topstar Leon Draisaitl
Offenbar gab es auch intern heftige Auseinandersetzungen. Künast berichtete von einem langen Gespräch mit NHL-Star Leon Draisaitl nach dem Olympia-Aus. Draisaitl habe deutliche Kritik geäußert, nicht nur an der sportlichen Leistung, sondern auch an organisatorischen Abläufen. „Er hat Dinge angesprochen, auch außerhalb des Eises, die wir besser machen können“, so Künast, der beispielhaft die Verpflegung nach den Spielen nannte. Auch andere Spieler hätten ähnliche Kritikpunkte vorgebracht.
Wiederholte Probleme und unklare Konsequenzen
Bereits bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking unter dem damaligen Bundestrainer Toni Söderholm hatte es ähnliche Vorwürfe an die Organisation gegeben – damals war Künast bereits als Sportdirektor im Amt. Trotz einer personell stark besetzten Mannschaft mit Weltklassespielern wie Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider scheiterte das Team im Viertelfinale mit 2:6 an der Slowakei. Über personelle Konsequenzen sprach Künast jedoch nicht, obwohl die Enttäuschung groß ist und die Fehler der Vergangenheit sich zu wiederholen scheinen.
Die Selbstkritik von Künast zeigt, dass der DEB die Probleme erkannt hat, doch ob daraus konkrete Veränderungen folgen, bleibt abzuwarten. Die mangelnde Top-Vorbereitung und strukturellen Mängel werfen Fragen zur Zukunft der Nationalmannschaft auf.



