Olympia 2026: Eishockey-Routinier Müller kritisiert deutsche Mannschaft scharf
Müllers Kritik: Deutsche Eishockey-Mannschaft noch keine Einheit

Eishockey-Routinier schlägt bei Olympia 2026 Alarm

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zeigt bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo nicht die erwartete Stärke. Nach der enttäuschenden Vorrunde mit einem Sieg und zwei Niederlagen, darunter eine 1:5-Niederlage gegen die USA, meldet sich nun ein erfahrener Spieler mit deutlichen Worten zu Wort.

Müller: "Wir sind noch keine Mannschaft"

Moritz Müller, der 39-jährige Routinier der Kölner Haie und ehemalige Kapitän des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), zieht eine ernüchternde Bilanz. "Ich glaube, wir haben im Vorfeld viel über diese Mannschaft gesprochen und wie gut sie ist. Die besten Mannschaften, die ich erlebt habe, waren 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen", erklärt Müller öffentlich. Der Profi, der bei den Überraschungserfolgen der letzten Jahre (jeweils Zweiter bei WM und Olympia) dabei war, sieht erheblichen Nachholbedarf.

Vor dem Turnier wurde das deutsche Team aufgrund der Teilnahme zahlreicher NHL-Stars um Leon Draisaitl als möglicherweise bestes Aufgebot der Geschichte gefeiert. Doch Müller betont: "Wir sind wieder in alte Muster verfallen: zu verschnörkelt, zu kompliziert." Sieben der 25 Spieler kommen zwar aus der NHL, doch darauf könne man sich nicht ausruhen.

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Kritik an Spielweise und Teamgeist

Müller, der vor dem Turnier durch Draisaitl als Kapitän ersetzt wurde, moniert fehlende Grundtugenden. "Wir haben mit Sicherheit die besten Spieler dabei. Aber wir müssen verstehen, wie wir als Mannschaft auf diesem Niveau zu spielen haben", so seine Analyse. Es brauche eine geschlossene Team-Leistung und geradliniges Eishockey statt individueller Glanzleistungen.

Der Routinier warnt davor, sich auf die NHL-Stars zu verlassen: "Wir haben ganz tolle Eishockeyspieler, die zu den besten der Welt gehören. Aber wir können nicht denken, dass jedes Mal, wenn einer von denen auf dem Eis ist, wir ihm die Scheibe geben und dann ein Wunder passiert." Jede Nation habe Top-Spieler, entscheidend sei das Zusammenspiel.

Persönliche Rolle und weitere Aussichten

Müller selbst spielt im laufenden Turnier bisher nur eine untergeordnete Rolle. Bei den drei Vorrundenspielen stand er meist nur wenige Minuten auf dem Eis. "Das ist nicht meine Entscheidung. Das ist Sache des Trainerteams. Ich kann mir vorstellen, dass jeder gern mehr spielen würde", kommentiert er knapp. Als Wortführer sieht er sich dennoch weiterhin: "Es ist richtig, dass ich nicht das C auf der Brust brauche, um gehört zu werden. Ich sage das, was ich sagen möchte."

Deutschland muss nach der enttäuschenden Vorrunde in die Playoffs, wo die Auswahl Frankreichs wartet. Trotz seiner Kritik glaubt Müller an einen Erfolg: "Man muss demütig genug sein, dass wir gegen jeden Gegner hier verlieren können. Das muss in unseren Kopf rein. Grundtugenden, die uns immer ausgezeichnet haben, die müssen immer da sein, egal, wie gut die Spieler sind. Dann ist auch Frankreich lösbar."

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