Moritz Müllers letzter Anlauf: Haie-Kapitän will mit Meistertitel Karriere krönen
Müllers letzter Anlauf: Haie-Kapitän will mit Meistertitel Karriere krönen

Moritz Müllers letzte Chance: Mit Meistertitel in den Ruhestand?

Die Karriere von Eishockey-Ikone Moritz Müller könnte sich ihrem emotionalen Höhepunkt nähern. Der 39-jährige Kapitän der Kölner Haie steht vor den wahrscheinlich letzten DEL-Playoffs seiner langen Laufbahn – und hat ein klares Ziel vor Augen: Endlich den ersten Meistertitel seiner Karriere zu gewinnen und dann abzutreten.

Konzentration auf das Wesentliche

„Ich konzentriere mich jetzt nur auf die Spiele und um mich geht es gerade gar nicht“, betonte Müller kurz vor Beginn der entscheidenden Saisonphase. Der erfahrene Verteidiger hat eine mögliche letzte WM-Teilnahme Ende Mai ebenso ausgeblendet wie Spekulationen über eine Verlängerung seiner Karriere. „Ich habe ja gesagt, dass es sehr wahrscheinlich mein letztes Jahr sein wird. Daran hat sich jetzt erstmal nichts geändert“, stellte der Haie-Kapitän klar, obwohl er eine weitere Saison auf DEL-Niveau wohl noch im Tank hätte.

Olympische Erfahrungen als Motivation

Bei den Olympischen Winterspielen erlebte Müller eine besondere Situation. Als langjähriger Nationalmannschaftskapitän wurde er kurz vor dem Turnier überraschend nicht in den Kreis der drei Spielführer berufen. Bundestrainer Harold Kreis und DEB-Sportdirektor Christian Künast setzten stattdessen auf die NHL-Stars Leon Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider. „Natürlich kann man jetzt im Nachhinein sagen: Hätte man vielleicht ein bisschen anders händeln können“, räumte Künast später ein.

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Doch Müller bewies Charakter: Im Turnierverlauf korrigierte Kreis seinen Fehler und setzte den erfahrenen Verteidiger vermehrt ein. „Er hat seine Zeit gut genutzt, war sehr präsent, hat einen sehr guten Eindruck, nicht nur beim Trainerteam, sondern auch bei der Mannschaft, hinterlassen“, lobte der Bundestrainer. Am Ende war Müller neben NHL-Star Seider der zweitbeste deutsche Verteidiger bei Olympia.

Eine Karriere für den Herzensverein

Moritz Müllers Karriere ist untrennbar mit den Kölner Haien verbunden. Seit der Saison 2003/2004 stand er in weit über 1.000 DEL-Spielen für seinen Herzensverein auf dem Eis – im Herrenbereich spielte er nie für einen anderen Klub. Die Bilanz ist beeindruckend:

  • Olympia-Zweiter 2018
  • Vize-Weltmeister 2023
  • Viermal Vizemeister mit den Kölner Haien

Doch der große Meistertitel blieb bisher aus. Das soll sich in dieser Saison ändern.

Haie als klarer Titelfavorit

Die Vorzeichen stehen optimal für die Kölner. Als souveräner Tabellenerster der Hauptrunde starten die Haie mit Heimrecht bis zu einem möglichen siebten Finalspiel in die Playoffs. „Die Chancen stehen gut“, bekannte Müller, fügte aber charakteristisch bescheiden hinzu: „Aber es geht von vorne los, man nimmt ja keine Punkte mit.“

In diesem Jahr wirkt die Mannschaft tatsächlich reif für den Titel. Nach Jahren mit wechselndem Erfolg trotz üppiger finanzieller Unterstützung durch Investor Frank Gotthardt fand der Verein mit der Verpflichtung von finnischem Top-Trainer Kari Jalonen 2024 den fehlenden Mosaikstein.

Der finnische Mastermind

Jalonen, der nach dieser Saison in seine Heimat zurückkehren wird, hat die Haie grundlegend verändert. Der 66-jährige Europameistertrainer nahm Einfluss auf Spielerverpflichtungen und machte das Team taktisch viel flexibler. Vor allem aber fand Müller nach unbefriedigenden Jahren unter Chefcoach Uwe Krupp wieder zu alter Stärke und Begeisterung zurück.

„Team-Spirit in der Kabine, da herrscht eine tolle Atmosphäre“, beschreibt Jalonen das Erfolgsgeheimnis. Im vergangenen Jahr waren die Haie in der Finalserie den Eisbären Berlin noch deutlich unterlegen, doch in dieser Saison stimmt die Kadertiefe. Trotz zweier Niederlagen an den letzten Spieltagen – darunter ein 0:1 gegen die Eisbären – marschierten die Rheinländer souverän durch die Hauptrunde.

Ein doppelter Abschied?

Sollten die Kölner Haie Ende April oder Anfang Mai tatsächlich erstmals nach 24 Jahren wieder deutscher Meister werden, erwarten viele Beobachter Moritz Müllers sofortigen Rücktritt. Nicht nur der Nationalmannschaft würde dann eine prägende Persönlichkeit fehlen, auch den Haien ginge ihre Identifikationsfigur verloren.

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Doch zunächst konzentriert sich der 39-Jährige voll und ganz auf die anstehenden Playoffs. Die Chance auf den perfekten Karriereabschluss ist da – jetzt muss Müller sie nur noch auf dem Eis umsetzen.