Deutsche Eishockey-Auswahl startet mit Sieg bei Olympischen Spielen
Moritz Seider (24), Verteidiger der Detroit Red Wings, gehört zu den sieben deutschen NHL-Spielern, die bei den Olympischen Winterspielen in Mailand antreten. Im Auftaktspiel des Eishockey-Turniers gelang der deutschen Nationalmannschaft ein 3:1-Sieg gegen Dänemark. Der Blitzstart mit einem Tor von Leon Draisaitl (30) nach nur 23 Sekunden versprach zunächst eine klare Angelegenheit, doch im weiteren Spielverlauf geriet das Team zunehmend unter Druck.
Grubauer als Rückhalt und Seiders kritische Analyse
Torwart Philipp Grubauer (34) von den Seattle Kraken erwies sich als entscheidender Faktor für den Sieg. Trotz zwölf Torschüssen mehr von dänischer Seite verhinderte Grubauer mit starken Paraden einen möglichen Rückstand. „Grubi ist immer stark. Er ist einer der besten Torhüter der NHL. Er strahlt viel Ruhe aus und kann ein Game Changer werden“, lobte Seider seinen Teamkollegen.
Gleichzeitig übte der NHL-Verteidiger konstruktive Kritik am Spielverlauf: „Ab der Hälfte des ersten Drittels waren wir zu passiv. Wir haben dennoch nicht viel zugelassen, waren ziemlich kompakt, aber wir müssen schneller spielen, das hat man im dritten Drittel gesehen.“ Seider betonte jedoch, dass nicht nur die NHL-Stars die Verantwortung tragen dürften: „Die Verantwortung kann nicht nur auf fünf, sechs Schultern liegen, wir brauchen das ganze Team. Und das haben wir heute gesehen. Alle haben einen super Job gemacht.“
Körperliche Auseinandersetzungen und taktische Disziplin
Die dänische Mannschaft, die ebenfalls fünf NHL-Spieler in ihren Reihen hatte, versuchte mit allen Mitteln, ihre Ebenbürtigkeit zu demonstrieren. Dabei konzentrierten sich die physischen Attacken besonders auf die deutschen NHL-Stars. „Man versucht immer, die großen Namen zu reizen und zu ärgern. Das sind wir gewohnt und gehört dazu“, kommentierte Seider die teils harten Fouls.
Umso bemerkenswerter war die disziplinierte Leistung der deutschen Mannschaft, die keine einzige Strafzeit kassierte – eine Seltenheit auf diesem Niveau. „Wir haben keine unnötigen Fouls gemacht. Das kann wegweisend sein“, analysierte Seider. Während die dänische Seite über vermeintlich einseitige Schiedsrichterentscheidungen meckerte, bewahrten die Deutschen Ruhe: „Wenn sie den Job von den Schiris wollen, da gibt es genug Platz im Weltverband. Da waren wir clever: Ruhe bewahren und Klappe halten.“
Endlich der Startschuss und Blick nach vorn
Nach langer Vorbereitungszeit freut sich Seider besonders über den endgültigen Turnierstart: „Ich freue mich, dass es endlich losgegangen ist. Man hat sich schon wie ein Tourist gefühlt. Alle anderen haben losgelegt und du bist immer nur zum Training gefahren. Daher war es schön, endlich den Startschuss zu haben.“
Am nächsten Spieltag trifft die deutsche Mannschaft auf Lettland. Seiders Hoffnung für das weitere Turnier ist klar formuliert: „Ein möglichst langes Turnier für uns.“ Mit der disziplinierten Auftaktleistung und der starken Torhüterleistung von Grubauer haben die Deutschen eine solide Basis für die kommenden Herausforderungen geschaffen.



