NHL setzt auf Deutschland: Stützle und Draisaitl bringen Eishockey-Boom nach Europa
NHL setzt auf Deutschland: Stützle und Draisaitl als Zugpferde

NHL-Expansion: Deutschland wird zum europäischen Eishockey-Hotspot

Die nordamerikanische National Hockey League (NHL) verstärkt ihr Engagement in Europa und fokussiert sich dabei besonders auf den deutschen Markt. Über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren sind regelmäßige Saisonspiele in Deutschland geplant, die von den größten nationalen NHL-Stars bestritten werden.

Stützle eröffnet die Deutschland-Serie in Düsseldorf

Den Auftakt macht Weltklassestürmer Tim Stützle mit seinen Ottawa Senators, die am 18. und 20. Dezember in Düsseldorf gegen die Chicago Blackhawks antreten. Für den 24-jährigen Nationalspieler aus Tönisvorst, nur etwa 35 Kilometer von Düsseldorf entfernt, ist dies ein besonderes Ereignis. „Das wird ein Mega-Erlebnis – zumal meine Familie und viele Freunde da sein werden. Es wird auf jeden Fall etwas Besonderes und ein Moment sein, den ich nie vergessen werde“, sagte Stützle.

Langfristige Strategie mit deutschen Superstars

NHL-Vize-Chef Bill Daly betonte die langfristigen Wachstumspläne: „Wir wollen unser Spiel auf allen Ebenen in Deutschland entwickeln.“ Dabei soll auch Superstar Leon Draisaitl eine Schlüsselrolle spielen. Laut Liga ist der deutsche Olympia-Kapitän für Spiele in den kommenden Jahren fest eingeplant. NHL-Business-Präsident Keith Wachtel unterstrich: „Wir müssen über einen längeren Zeitraum hierhin kommen. Es geht nicht darum, alle paar Jahre zu kommen. Wir müssen jedes Jahr hier spielen.“

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Die Liga plant in den kommenden Jahren Investitionen von rund 100 Millionen Euro in Europa, wobei Deutschland ein zentraler Baustein ist. Neben Stützle und Draisaitl gehören mit Moritz Seider, Philipp Grubauer und Nico Sturm weitere deutsche Nationalspieler zur Weltspitze – eine historisch einmalige Konstellation.

Mediale Herausforderungen und Fan-Engagement

Aktuell befindet sich die NHL in Deutschland in einer schwachen medialen Position. Seit dem Auslaufen des Vertrags mit ProSiebenSat.1 gibt es keine regelmäßigen Free-TV-Übertragungen mehr. Fans benötigen Abonnements bei Sky oder DAZN über NHL.TV. Bei zuletzt gezeigten Free-TV-Spielen lagen die Zuschauerzahlen aufgrund der späten Übertragungszeiten nur bei durchschnittlich 40.000.

Die NHL reagiert darauf mit gezielten Maßnahmen: So wurde ein Spiel von Moritz Seiders Detroit Red Wings eigens auf 20 Uhr deutscher Zeit vorgezogen, um die Primetime in Europa zu nutzen. Zudem setzt die Liga auf Fanbildung durch Events wie den „Hockey Day in Germany“ in Düsseldorf, bei dem unter anderem der Stanley Cup ausgestellt wird.

Kooperationen und Auswirkungen auf die DEL

Statt mit der heimischen Deutschen Eishockey Liga (DEL) sucht die NHL den Austausch insbesondere mit der Fußball-Bundesliga. „Der europäische Fußball ist interessiert am nordamerikanischen Markt, wir am europäischen. Da haben wir uns schon mit Bundesligaclubs ausgetauscht“, erklärte Wachtel. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke äußerte sich skeptisch: „Es kommt drauf an, wie man es macht, dass man sich nicht kannibalisiert. Ich bin gespannt, ob wir da eingebunden werden.“ Bislang fand keine Einbindung statt.

Mit dieser Strategie positioniert sich die NHL deutlich im europäischen Sportmarkt, während sie gleichzeitig die mediale Präsenz in Deutschland ausbauen will. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Pläne für einen nachhaltigen Eishockey-Boom in Deutschland sorgen können.

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