Enttäuschende Niederlage bei Olympia: DEB-Team unterliegt Lettland trotz starker NHL-Aufstellung
Im zweiten Vorrundenspiel der Olympischen Winterspiele in Mailand hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft eine bittere Niederlage einstecken müssen. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis verlor gegen Lettland mit 3:4 (2:1, 0:1, 2:1) und zeigte dabei eine viel zu schwache Chancenverwertung, die letztlich den Ausschlag gab.
Frühe Führung bringt keinen Sieg
Wie bereits im ersten Spiel gegen Dänemark startete die DEB-Auswahl auch gegen Lettland mit einem frühen Tor. Bereits in der dritten Minute brachte Lukas Reichel Deutschland in Führung. Der Stürmer, der aktuell vom NHL-Team Vancouver Canucks in die AHL beordert wurde, nutzte eine Eins-gegen-eins-Situation gegen den lettischen Torwart Arturs Silovs von den Pittsburgh Penguins sicher. Reichel zeigte insgesamt eine starke Leistung und war einer der wenigen Lichtblicke im deutschen Team.
Nach der frühen Führung kam es jedoch zu einem Bruch im deutschen Spiel. Die Mannschaft spielte weniger zielstrebig und brachte zu wenige Schüsse auf das lettische Tor. In Unterzahl kassierte Deutschland dann den Ausgleich durch Dans Locmelis. Kurz vor der ersten Pause gelang zwar durch Abwehrspieler Lukas Kälble die erneute Führung, doch im zweiten Drittel wurden dem deutschen Team unglückliche Strafzeiten zum Verhängnis. In doppelter Unterzahl traf Locmelis erneut zum abermaligen Ausgleich.
Draisaitl und Powerplay bleiben wirkungslos
Besonders enttäuschend war die Leistung des deutschen Powerplays mit den Ausnahmestürmern Leon Draisaitl, Tim Stützle und JJ Peterka. Das lag vor allem daran, dass Kapitän Draisaitl kaum in die richtigen Schusspositionen kam und sich gegen die lettische Abwehr nicht durchsetzen konnte. Draisaitl, der im ersten Spiel gegen Dänemark bereits nach 23 Sekunden getroffen hatte, blieb diesmal glücklos und verpasste mehrere gute Torchancen.
Bundestrainer Harold Kreis versuchte, mehr Druck aufzubauen, indem er seine drei NHL-Topstürmer auch bei normaler Spieleranzahl immer öfter aufs Eis brachte. Doch gegen die effizienten Letten, die bei Olympia ebenfalls mit acht Profis aus Nordamerika antreten, entwickelte sich ein spannender Abnutzungskampf, den Deutschland am Ende verlor.
Spannende Schlussphase bringt keine Wende
Im letzten Drittel zog die deutsche Mannschaft noch einmal an und erarbeitete sich ein deutliches Chancenplus. Doch statt den Ausgleich zu erzielen, geriet das Team erstmals in Rückstand. Während Draisaitl und seine Mitspieler vom immer stärker werdenden lettischen Torwart Silovs entnervt wurden, schlug AHL-Stürmer Eduards Tralmaks bei einem Konter zu.
Dies war der Auftakt zu einer spannenden Schlussphase, in der die effizienten Letten erst erhöhten und Bundestrainer Kreis daraufhin früh Torhüter Philipp Grubauer vom Eis nahm. Mehr als das Anschlusstor von NHL-Star Tim Stützle in der 58. Minute sprang dabei aber nicht heraus. Eine Minute vor Spielende hatte Lukas Reichel noch Pech mit einem Pfostenschuss, der den Ausgleich gebracht hätte.
Schwierige Aufgabe gegen Weltmeister USA
Für die deutsche Eishockey-Auswahl bedeutet diese Niederlage, dass sie im abschließenden Gruppenspiel am Sonntag (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) gegen Weltmeister USA antreten muss. Wahrscheinlich wird die Mannschaft des Deutschen Eishockey-Bundes am Dienstag dann in die Viertelfinal-Qualifikation müssen.
Die Chancenverwertung bleibt das größte Problem des Teams. Während Lettland mit vier Toren aus vergleichsweise wenigen Chancen überzeugte, nutzte Deutschland seine Möglichkeiten nicht ausreichend. Besonders die NHL-Stars, auf die große Hoffnungen gesetzt wurden, konnten ihre Klasse nicht in Tore ummünzen. Jetzt muss das Team gegen die USA zeigen, ob es aus den Fehlern gelernt hat.



