Olympia-Rückschlag für deutsche Eishockey-Stars
Die deutschen Eishockey-Stars um den glücklosen Leon Draisaitl haben bei den Olympischen Winterspielen einen schweren Dämpfer kassiert. Die mit NHL-Stars gespickte, aber wenig überzeugende Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis verlor am Samstag ihr zweites Gruppenspiel gegen Außenseiter Lettland mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) und muss auf dem Weg ins Viertelfinale nun mit hoher Wahrscheinlichkeit den ungeliebten Umweg über die Qualifikation gehen.
Frühe Führung, späte Niederlage
Zwei Tage nach dem zähen Auftaktsieg gegen Dänemark (3:1) brachten Lukas Reichel nach nur 2:06 Minuten und Lukas Kälble in der 17. Minute das DEB-Team zwei Mal in Führung. Doch Dans Locmelis (16., 29.), Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.) drehten das Spiel für die Letten. Durch Tim Stützle in der 58. Minute kam Deutschland spät noch einmal heran, doch die Aufholjagd blieb unvollendet.
Die deutsche Mannschaft erwischte gegen Lettland wie im Auftaktspiel einen Traumstart - und wieder war auf einen Nordamerika-Legionär Verlass. Reichel belohnte das DEB-Team nach 2:06 Minuten für einen schwungvollen Start. Am Donnerstag hatte Draisaitl nach nur 23 Sekunden getroffen, diesmal war er bei zehn Torschüssen glücklos.
Defensive Schwächen und mangelnde Disziplin
Das DEB-Team hielt nach der Führung den Druck zunächst aufrecht, verlor im Verlauf des ersten Drittels aber wie schon gegen Dänemark den Zugriff und war defensiv immer stärker gefordert. Torhüter Philipp Grubauer zeigte einige starke Paraden, war beim Ausgleich im lettischen Powerplay aber machtlos. Kälbles schneller Gegenschlag drehte das Momentum in einer kritischen Phase.
Deutschland geriet im zweiten Drittel defensiv dennoch zunehmend in Schwierigkeiten und leistete sich Undiszipliniertheiten. Tobias Rieder stellte mit einem Foul an der Bande eine doppelte Unterzahl her. Lettland bestrafte dies prompt. Die erneute Chance zum schnellen Führungstreffer vergab Draisaitl in der 31. Minute, der sich später die Hand mit Eis kühlte, freistehend.
Entscheidung gegen Weltmeister USA
Der deutsche Weg ins Viertelfinale entscheidet sich am Sonntag, wenn im Gruppenfinale das Duell mit Weltmeister USA (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) ansteht. Draisaitl und Co. sind dann nicht nur aufgrund der bislang durchwachsenen Leistungen klarer Außenseiter, ein Sieg wäre eine Überraschung. Nur die drei Gruppensieger sowie der beste Zweite stehen direkt im Viertelfinale.
Auch in der Folge fehlte dem Top-Stürmer der Edmonton Oilers das Glück. Im eigenen Powerplay blieb Deutschland lange ungefährlich. Im Schlussdrittel entglitt dem deutschen Team das Spiel. Erst als Grubauer sein Tor verließ und Deutschland volles Risiko ging, wurde der Druck größer. Stützle von den Ottawa Senators mit seinem dritten Turniertor ließ die Hoffnung noch einmal wachsen, doch die Letten hielten den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff.



