EHC-Star Tobias Rieder vor Olympia-Start: "Ich hoffe, dass ich mich erinnern kann"
EHC-Star Tobias Rieder spricht vor dem Beginn des wohl besten olympischen Eishockey-Turniers aller Zeiten über seine Idole, die wertvollen Erfahrungen aus sieben Jahren NHL, offene Rechnungen, ambitionierte Ziele und seine persönliche Zukunft. Das Interview gewährt tiefe Einblicke in die Gedankenwelt des erfahrenen Spielers kurz vor dem großen Sportereignis.
Olympische Kindheitserinnerungen und die Faszination der Spiele
Tobias Rieder erinnert sich lebhaft an seine Kindheit, wenn die Olympischen Spiele im Fernsehen liefen: "Wir saßen eigentlich den ganzen Tag vor dem Fernseher, schauten alle möglichen Events an und feuerten alle deutschen Athleten an. Genau das verbinde ich mit Olympia – dass man sich auch Sportarten anschaute, die man vorher nicht kannte." Für den EHC-Spieler machen eben diese Vielfalt und die Zusammenkunft aller Top-Sportler der Welt die Olympischen Spiele zu etwas ganz Besonderem und Einmaligem.
Das Turnier mit allen NHL-Stars als Karrierehighlight
Für Rieder stellen diese Olympischen Spiele definitiv ein großes Karrierehighlight dar, besonders weil alle Stars aus der NHL teilnehmen werden. "Das war in meinem Kalender dick angestrichen und ich bin froh, dass es nochmal geklappt hat. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste", erklärt der erfahrene Spieler. Er betont, dass das Turnier ohne die NHL-Stars nicht so hoch angesehen wäre, aber mit den besten Spielern der Welt zu einem Riesenhighlight wird.
Idole und bewunderte Karrierewege
Auf die Frage nach besonders respektierten Spielern antwortet Rieder: "Es gibt so viele, da kann man sich eigentlich einen aussuchen. Aber es ist immer ein Highlight, gegen Connor McDavid oder Sidney Crosby zu spielen." Besonders Sidney Crosby beeindruckt ihn: "Vor allem Sidney, wie lange der schon dabei ist! Er hat schon Olympiagold geholt und ist jetzt mit 38 immer noch einer der Top-Spieler der Welt. So eine Karriere ist extrem beeindruckend." Rieder ist überzeugt: "So eine Karriere, die gibt es nicht nochmal, das ist einzigartig."
Erfahrungen mit McDavid und Draisaitl
Rieder erinnert sich an seine gemeinsame Saison mit Connor McDavid und Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers: "Sie waren damals schon die zwei besten Spieler der Welt. Da denkt man, wo sollen die noch hinwachsen? Es ist unglaublich, was beide jede Saison konstant aufs Eis legen." Der EHC-Star schwärmt: "Es hat unheimlich Spaß gemacht, ihnen jeden Tag im Training und im Spiel zuzuschauen. Es sind einfach die zwei Besten der Welt."
Die wertvolle NHL-Erfahrung für Olympia
Rieder hofft, dass ihm seine langjährige NHL-Erfahrung bei dem hochkarätigen Turnier helfen wird: "Es ist zwar einige Jahre her, aber ich habe lange genug auch gegen solche Hochkaräter gespielt und auch auf der kleineren Eisfläche. Ich hoffe, dass ich mich wieder daran erinnern kann und dann mein bestes Spiel aufs Eis bringe." Er erwartet durch die NHL-Stars ein viel besseres, schnelleres und härteres Spiel, bei dem alles um mehrere Stufen höhergeschraubt wird.
Ambitionierte Ziele und Revanche-Pläne
Die deutsche Mannschaft trifft in der Vorrunde auf Dänemark, Lettland und die USA. Gegen Dänemark gibt es eine offene Rechnung, nachdem die Dänen Deutschland bei der WM im vergangenen Frühjahr ausgeschaltet haben. Rieder kommentiert: "Ich habe es auch nur vorm Fernsehen verfolgt, aber ich glaube mittlerweile sind die Mannschaften auf Augenhöhe und es gibt auf jeden Fall etwas gutzumachen." Gegen Lettland erwartet er wie gewohnt hitzige Duelle auf Augenhöhe.
Realistische Viertelfinal-Chancen und Erfolgsfaktoren
Auf die Frage nach dem Erreichen des Viertelfinals als realistisches Ziel antwortet Rieder: "Es ist immer schwierig, solche Ziele zu setzen. Ist es realistisch? Ja, auf alle Fälle. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt in so einem Turnier heiß läuft, dann ist alles drinnen." Als wichtige Erfolgsfaktoren nennt er eine gute Defensive, Torerfolge und das schnelle Zusammenwachsen des Teams.
Starke Torhüter und Zukunftsperspektiven
Besonders positiv stimmt Rieder die aktuelle Form von Torhüter Philipp Grubauer: "Beim Grubi ist es immer so, dass man sich relativ sicher fühlt als Spieler, wenn er dahinter im Tor steht. Es ist natürlich ein großer Pluspunkt für uns, dass er jetzt momentan eine sehr, sehr gute Phase hat." Zur Frage, ob Olympia sein abschließendes Nationalmannschaftshighlight werden könnte, sagt der zweitälteste Feldspieler im Team: "Natürlich ist die Heim-WM 2027 noch im Kopf, aber man muss mal schauen, ich werde auch nicht jünger. Es geht für mich auf jeden Fall schon auf die Jahre zu, wo man wirklich von einem Jahr zum anderen schaut."



