Grizzlys Wolfsburg reagieren auf sportliche Krise mit Trainerwechsel
Fünf Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hat der Tabellenachte überraschend die Reißleine gezogen. Die Grizzlys Wolfsburg trennten sich am Dienstagabend von Cheftrainer Mike Stewart und seinem Co-Trainer Gary Shuchuk. Damit reagiert der Verein aus Niedersachsen auf die jüngste sportliche Talfahrt mit drei Niederlagen in Serie nach der Olympia-Pause.
Ex-Kapitän Tyler Haskins kehrt als neuer Headcoach zurück
Als Nachfolger für die verbleibenden fünf Spiele der regulären Saison sowie mögliche Playoffs präsentierten die Wolfsburger ihren ehemaligen Kapitän Tyler Haskins. Der US-Amerikaner, der von 2010 bis 2018 für die Grizzlys aktiv war und danach als Scout sowie von 2020 bis 2023 als Co-Trainer für den Klub tätig war, erhält einen Vertrag bis zum Jahr 2028.
Sportdirektor Karl-Heinz Fliegauf zeigte sich erfreut über die Rückkehr: "Natürlich bin ich sehr froh, dass sich Tyler für eine Rückkehr zu uns entschieden hat. Seine Präsentation und seine Ansätze, wie er das Team künftig führen und spielen lassen möchte, passen sehr gut zu unserer Klubphilosophie."
Fliegauf betonte weiter, dass die frühzeitige Verpflichtung Haskins als Headcoach die Möglichkeit biete, "sehr konkret und intensiv die Kaderplanung für die kommenden Jahre voranzutreiben".
Sportliche Situation vor dem Trainerwechsel
Die Wolfsburger waren nach der Olympia-Unterbrechung überhaupt nicht in Fahrt gekommen. Drei deutliche Niederlagen gegen die Schwenninger Wild Wings (2:4), bei den Straubing Tigers (0:4) und zuletzt gegen die Löwen Frankfurt (2:3 n.V.) führten zur Entscheidung der Vereinsführung.
Statt noch einmal den sechsten Platz und die direkte Playoff-Qualifikation anzustreben, ist nun sogar das Minimalziel der Pre-Playoffs gefährdet. Zwar beträgt der Vorsprung auf Rang elf und die Augsburger Panther noch neun Punkte, doch am letzten Spieltag kommt es zum direkten Duell zwischen beiden Teams.
Mike Stewarts Bilanz bei den Grizzlys
Der 53-jährige Mike Stewart hatte die Mannschaft im Jahr 2021 übernommen und in seinen ersten beiden Spielzeiten (2021/22 und 2022/23) jeweils ins Halbfinale der DEL geführt. In der Saison 2023/24 erreichten die Grizzlys unter seiner Leitung das Viertelfinale, während im vergangenen Jahr die Playoffs komplett verpasst wurden. Sein Vertrag wäre ohnehin zum Saisonende ausgelaufen.
Als nächste Aufgabe wartet auf die Wolfsburger unter neuer Führung am Mittwochabend (19.30 Uhr) das schwierige Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt, der sein Ticket für das Viertelfinale bereits so gut wie sicher hat.



