Wolff tobt nach Ungarn-Rennen: „Teletubbies“-Ingenieure im Visier
Wolff tobt: „Teletubbies“-Ingenieure im Visier

Aufregung beim Großen Preis von Ungarn: Mercedes-Teamchef Toto Wolff ließ seiner Wut nach dem Rennen freien Lauf und attackierte sowohl den Audi-Piloten Gabriel Bortoleto als auch die Ingenieure der Hinterbänkler-Teams. Grund war die Schlussphase, in der Bortoleto den Mercedes-Piloten Kimi Antonelli und Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton rundenlang aufhielt, obwohl er keine Chance auf Punkte hatte.

Wütende Ausraster des Österreichers

„Ich ärgere mich über das Marshalling-System mit den Blauen Flaggen, das nicht funktioniert hat. Ich ärgere mich über die Hinterbänkler, die nicht aus dem Weg gehen und einem ein Podium kosten können. Das kann es nicht sein“, schimpfte Wolff bei Sky. „Bortoleto hat gegen uns verteidigt. Unglaublich! Wenn die vorne an der Spitze fahren, dann möchte ich mal hören, was die sagen, wenn einer so durch die Gegend kurvt.“

Besonders sauer stieß Wolff auf die Arbeit der Renningenieure an der Boxenmauer: „Es ist eine Schande, dass einige dieser 'Teletubbies'-Ingenieure, die an den Boxenmauern dieser Teams sitzen, ihren Fahrern nicht mitteilen, was hinter ihnen vor sich geht.“ Mit der abfälligen Bezeichnung zog der 52-Jährige gegen die Techniker der unterlegenen Rennställe vom Leder.

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Bortoleto verteidigt sich: System versagte

Der angesprochene Audi-Pilot Gabriel Bortoleto wies die Vorwürfe zurück und verwies auf technische Probleme. „Das System hat nicht funktioniert. Die Blaue Flagge hat nicht mehr funktioniert“, erklärte der Brasilianer am Sky-Mikrofon. Er sei hinter Oliver Bearman und Carlos Sainz hängengeblieben und habe auf die Anweisungen seines Ingenieurs warten müssen. „Er hat es mir erst vor Kurve elf gesagt, dass ich sie vorbeilassen soll und ich habe es dann direkt gemacht.“ Auf den Bildschirmen habe er keine Blauen Flaggen gesehen, und „in der Mitte der Kurve kann ich ja nicht in den Spiegel gucken“, so Bortoleto weiter.

Ralf Schumacher: Kein Verständnis für Ausreden

TV-Experte Ralf Schumacher zeigte für diese Argumentation kein Verständnis: „Jeder Fahrer weiß, worum es geht. Man hat seinen Ingenieur, man fragt und schaut auch in den Spiegel. Wenn er mir sagt, er kann nicht in den Spiegel gucken, wenn er fährt, dann ist er überfordert und muss es lassen. Aber das ist echt unsportlich“, kritisierte der frühere Formel-1-Pilot bei Sky.

Die Aufregung um Bortoleto überschattete ein ansonsten erfolgreiches Rennen für Mercedes: Kimi Antonelli belegte den dritten Platz vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe wurde der Rekordweltmeister jedoch noch auf Rang fünf versetzt. Bortoleto verpasste als Elfter die Punkteränge deutlich.

Folgen für das Renngeschehen

Der Zwischenfall wirft ein Schlaglicht auf die immer wiederkehrenden Diskussionen um die Effektivität des Blauen-Flaggen-Systems. Während die Spitzenteams auf zügiges Überholen angewiesen sind, pochen Hinterbänkler auf ihre Rechte, nicht drangsaliert zu werden. Wolffs emotionaler Ausbruch zeigt, wie sehr die Gemüter in der Formel 1 erhitzen können – zumal Bortoleto nicht einmal um Positionen kämpfte, sondern lediglich versuchte, das Tempo zu halten. Die Rennkommissare werden den Vorfall möglicherweise prüfen.

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