AfD baut Vorsprung aus: Linke überholt SPD im RTL/ntv-Trendbarometer
AfD baut Vorsprung aus: Linke überholt SPD im Trendbarometer

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt das RTL/ntv-Trendbarometer eine deutliche Verschiebung der politischen Stimmung im Bund. Die AfD legt im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent zu, während die Union aus CDU und CSU einen Punkt auf 21 Prozent verliert. Damit baut die AfD ihren Vorsprung auf die Union auf sechs Prozentpunkte aus. Die Linke gewinnt ebenfalls einen Punkt hinzu und erreicht 13 Prozent – ein Wert, den sie zuletzt in der ersten Juniwoche 2010 erzielt hatte. Die SPD verharrt bei 12 Prozent und fällt damit auf den fünften Platz unter den im Bundestag vertretenen Parteien zurück.

FDP weiter unter der Fünfprozenthürde, BSW nicht ausgewiesen

Die FDP bleibt mit 4 Prozent die sechste Woche in Folge unterhalb der 5-Prozent-Hürde. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wird vom Meinungsforschungsinstitut Forsa nicht gesondert ausgewiesen, da die Zustimmung unter 3 Prozent liegt und damit innerhalb der statistischen Fehlertoleranz von plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Das BSW fällt daher in die Gruppe der sonstigen Parteien, auf die insgesamt 7 Prozent entfallen. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 27 Prozent deutlich über dem Wert der Bundestagswahl 2025 von 17,9 Prozent.

Politische Kompetenz: AfD überholt Union

Die gestiegene Zustimmung zur AfD spiegelt sich auch in der Frage nach der politischen Kompetenz wider: 15 Prozent der Befragten sehen die AfD als die Partei, die mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird – drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die Union verliert einen Punkt und kommt nur noch auf 12 Prozent, gefolgt von Grünen und Linken mit jeweils 6 Prozent. Die SPD büßt einen Punkt ein und liegt nun bei 5 Prozent. 53 Prozent der Befragten trauen keiner Partei die Lösung der anstehenden Probleme zu – zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche.

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Kanzler Merz: Leichte Erholung auf niedrigem Niveau

Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Mittwoch in den Sommerurlaub startet, kann bei den persönlichen Werten einen leichten Anstieg verbuchen. 15 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden – ein Plus von einem Punkt gegenüber der Vorwoche. Die Unzufriedenheit sinkt um zwei Punkte auf 83 Prozent. Unter den Unionsanhängern ist wieder die Hälfte zufrieden, während 49 Prozent unzufrieden sind. Bei den SPD-Anhängern beträgt die Zufriedenheit 20 Prozent, bei den Grünen 9 Prozent und bei Linke und AfD lediglich 3 beziehungsweise 2 Prozent. Die Unzufriedenheit unter den Anhängern der drei großen Oppositionsparteien liegt zwischen 88 und 98 Prozent.

Koalitionsarbeit und wirtschaftliche Erwartungen dominieren die Sorgen

Die Arbeit der Regierungskoalition aus Union und SPD beschäftigt die Bürger am meisten: 48 Prozent der Befragten nennen Lage und Handeln der Koalition als eines der wichtigsten Themen. Es folgen die wirtschaftliche Lage mit 23 Prozent und die Regierungsbildung mit 21 Prozent. Die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine werden von jeweils 13 Prozent genannt. Krankenkassen (11 Prozent) und die Klimakrise (7 Prozent) rangieren dahinter.

Die wirtschaftlichen Erwartungen fallen pessimistisch aus: Nur 11 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den kommenden Jahren, während 71 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Der Pessimismus legt im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte zu, der Optimismus schrumpft um einen Punkt. Der Wochenwert zählt zu den schlechtesten des laufenden Jahres.

Hintergrund: Personalquerelen und Reformen

Die Regierungskoalition hatte vor der Sommerpause Sparmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie einen Nachfolger des Heizungsgesetzes verabschiedet. Zudem wurden Grundzüge einer Renten- und Steuerreform vereinbart. Allerdings belasteten Personalquerelen in der CDU die Stimmung: Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender besetzte Merz mehrere Posten im Kabinett und in der Partei neu, was intern für erheblichen Unmut sorgte.

Die Daten des RTL/ntv-Trendbarometers wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 21. und 27. Juli 2026 erhoben. Die Datenbasis umfasst 2502 Befragte. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus 2,5 Prozentpunkte.

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