Dramatische Lage bei den Löwen
Die Zeit läuft dem TSV 1860 München davon. Der Traditionsverein steckt tiefer denn je in der Krise. Aktuell stehen nur noch fünf Spieler aus der U17 zur Verfügung, wie die Vereinsführung bestätigte. Hintergrund ist die anhaltende Unsicherheit um die rechtliche Situation und die Zukunft der Lizenzgesellschaft KGaA, die sich in der Vorinsolvenz befindet.
Insolvenzverwalter prüft Rettungsszenarien
Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig (47) prüft derzeit noch mögliche Rettungsszenarien mit externen Geldgebern. Das Spielrecht liegt beim Verein, genauer bei der neu gegründeten Fußballbetriebsgesellschaft. Dort wurden jedoch bislang keine Spielerverträge abgeschlossen. „Die Unsicherheit über die rechtliche Situation und mögliche Schritte von Investor Hasan Ismaik (48) ist zu groß“, erklärte ein Vereinssprecher.
Toto-Pokal zwingt zum Handeln
Bis spätestens 21. Juli muss Klarheit herrschen, denn dann startet der Toto-Pokal, für den 1860 verbindlich gemeldet hat. Sollte der Verein nicht antreten können, droht ein Sportgerichtsverfahren und eine Geldstrafe im fünfstelligen Bereich. Der Gegner der ersten Runde wird noch ausgelost, die Partie muss bis zum 21. Juli gespielt werden. Einen Tag später steht die Auslosung der zweiten Runde an.
Mannschaftsprobleme und Übergangslösungen
Mit welcher Mannschaft sollen die Löwen spielen? Aus der U17 dürfen maximal fünf Spieler eingesetzt werden. Die Akteure aus U19 und U21 besitzen weiterhin Verträge bei der insolventen KGaA, die ohne Spielrecht nicht antreten kann. Das Spielrecht liegt jedoch beim e.V. Die Vereinsführung um Präsident Gernot Mang (56) arbeitet fieberhaft an Übergangslösungen. „Es wird geprüft, Spieler und Infrastruktur der KGaA gegen eine Lizenzgebühr anzumieten“, so Mang. Selbst Bereiche wie das Ticketing könnten nur über solche Mietmodelle genutzt werden. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht.
Zukunft des gesamten Vereins in Gefahr
Die Uhr tickt. Bei 1860 geht es längst nicht mehr nur um den Saisonstart, sondern um die Zukunft des gesamten Vereins. Die Verhandlungen mit Investor Hasan Ismaik stocken. „Wir tun alles, um den Verein zu retten“, betonte Geschäftsführer Manfred Paula. Ob dies gelingt, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.



