Absurdes Schauspiel um Jürgen Klopp: TV-Experte macht Verbandspolitik
Absurdes Schauspiel um Jürgen Klopp: TV-Experte macht Politik

Die Verhandlungen um den neuen Bundestrainer nehmen derzeit bizarre Züge an. Jürgen Klopp, designierter Kandidat für das Amt, nutzt seine Rolle als TV-Experte bei MagentaTV, um Verbandspolitik zu betreiben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht tatenlos zu, während alte Netzwerke wieder erstarken. Das berichtet der Spiegel in einer Analyse.

Klopp als Strippenzieher hinter den Kulissen

Der 58-Jährige, der Liverpool 2024 nach neun Jahren verlassen hatte, agiert laut dem Bericht nicht nur als Kommentator, sondern auch als informeller Berater. In seinen TV-Auftritten bei MagentaTV äußert er sich zunehmend zu personellen Fragen beim DFB und zur Zukunft der Nationalmannschaft. Insidern zufolge soll Klopp bereits Gespräche mit potenziellen Co-Trainern geführt haben, ohne offiziell im Amt zu sein.

„Klopp macht jetzt schon Verbandspolitik, bevor er überhaupt unterschrieben hat“, zitiert der Spiegel einen nicht genannten DFB-Funktionär. „Das ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des deutschen Fußballs.“ Der DFB selbst schweigt zu den Vorgängen. Präsident Bernd Neuendorf ließ lediglich mitteilen, man sei „in guten Gesprächen“ mit dem Wunschkandidaten.

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Alte Netzwerke greifen wieder

Besonders brisant: Die alten Netzwerke im deutschen Fußball, die lange als überwunden galten, sollen wieder aktiv sein. Ehemalige Größen wie Franz Beckenbauer (†78) und Uli Hoeneß sollen dem Vernehmen nach hinter den Kulissen Einfluss nehmen. „Die alten Seilschaften wachen wieder auf“, warnt ein langjähriger Beobachter. „Sie sehen in Klopp die Chance, die Macht zurückzugewinnen, die sie unter Oliver Bierhoff und Joachim Löw verloren hatten.“

Klopp selbst bestreitet jede Einflussnahme. „Ich bin TV-Experte, nicht mehr“, sagte er kürzlich in einer Sendung. „Alles andere sind Spekulationen.“ Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache: Seit Wochen kursieren Namen von möglichen Assistenztrainern, die Klopp persönlich kontaktiert haben soll.

DFB in der Zwickmühle

Der DFB steckt in einem Dilemma. Einerseits ist Klopp der absolute Wunschkandidat, der die Nationalmannschaft nach dem desaströsen Abschneiden bei der WM 2026 wieder auf Kurs bringen soll. Andererseits droht die Personalie zum PR-Desaster zu werden, falls sich die Vorwürfe der verdeckten Verbandspolitik erhärten.

„Der DFB muss sich fragen, ob er Klopp wirklich braucht, wenn er solche Spielchen treibt“, kommentierte ein ehemaliger Nationalspieler anonym. „Das schadet dem Ansehen des gesamten Verbandes.“

Bis zur offiziellen Entscheidung, die für August erwartet wird, bleibt die Situation angespannt. Klopp hat noch keinen Vertrag unterschrieben – und die alten Netzwerke lauern bereits auf ihre Chance.

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