Die Spieler von Alba Berlin haben sich den zwölften Meistertitel der Vereinsgeschichte gesichert. Im fünften und entscheidenden Spiel der Finalserie der Basketball Bundesliga (BBL) besiegten sie den großen Favoriten Bayern München im SAP Garden mit 84:81 (27:47). Nach einem 20-Punkte-Rückstand zur Halbzeit starteten die Berliner eine furiose Aufholjagd und entschieden die Partie in den letzten Sekunden für sich.
Alba Berlin als Außenseiter gegen den Favoriten
Viele hatten den Titelgewinn der Bayern als reine Formsache betrachtet, doch Alba Berlin zeigte einmal mehr, dass sie nicht aufzugeben bereit sind. Die Münchner verfügen über ein weitaus höheres Budget – Alba bringt nur gut ein Fünftel der finanziellen Mittel für den Kader auf. Doch in einer Serie ließ sich diese Diskrepanz überbrücken. Die Berliner setzten auf ihre junge, hungrige Mannschaft und zwangen den Titelverteidiger in Situationen, die er nicht beherrschte.
Alba hatte bereits im Pokalfinale gegen Bamberg eine Niederlage hinnehmen müssen und wollte diese Erfahrung nicht wiederholen. „Anderen zuzuschauen, wie sie Trophäen entgegennehmen, schmerzt“, sagte ein Sprecher des Teams. Mit riesigem Selbstbewusstsein und der Gewissheit, dass die Münchner unter großem Druck stehen würden, gingen die Berliner in das fünfte Spiel.
Eine dramatische Partie mit vielen Wendungen
Das Spiel begann vielversprechend für Alba: Drei Dreier von Kapitän Jonas Mattisseck sorgten schnell für ein 15:9 (4. Minute). Doch dann steigerten sich die Bayern in der Defensive und ließen die Berliner kaum noch zu guten Abschlüssen kommen. Zur Halbzeit lag Alba mit 20 Punkten zurück (27:47). „Wir fielen in ein Loch, aus dem wir uns schnell wieder herausarbeiten mussten“, kommentierte Trainer Pedro Calles.
Doch die Berliner gaben nicht auf. Eine schnelle Aufholjagd führte sie bis auf sechs Zähler heran (46:52/24.). Die Bayern ließen sich jedoch nicht überrumpeln. Im letzten Viertel ging Alba erneut in Führung (67:66/33.) und baute den Vorsprung aus (75:70/37.). In den chaotischen Schlussminuten behielten die Berliner die Nerven und sicherten sich den Sieg.
Trainerlegende Pesic verpasst den perfekten Abschied
Für Bayerns Trainer Svetislav Pesic, der einst mit Alba Titel sammelte, war es der letzte Auftritt als Coach. Der 76-Jährige wollte mit Meisterehren in den Ruhestand gehen, doch Alba vermieste ihm diesen Abschied. „Das Team hat eine unglaubliche Moral bewiesen“, sagte ein Kommentator nach dem Spiel.
Mit diesem Sieg absolvierte Alba alle 15 möglichen Spiele der K.o.-Runde und krönte sich am Ende zum Meister. Die Mannschaft bewies Mut, Kampfgeist und Talent – Eigenschaften, die den Unterschied ausmachten. „Wir haben gezeigt, dass wir mit jedem Gegner mithalten können“, so ein Spieler.



