Japanische Freundschaft im Bundesliga-Duell: Ando besorgt Karten für Werder-Star
Beim FC St. Pauli hat Innenverteidiger Tomoya Ando (27) bereits voll eingeschlagen, doch vor dem wichtigen Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen steht für den Japaner eine besondere persönliche Aufgabe an. Er hat für seinen Landsmann Yukinari Sugawara (25), der bei Werder Bremen spielt, zwei Karten für das Spiel am Sonntag organisiert.
Lange Freundschaft trotz sportlicher Rivalität
Die beiden japanischen Fußballprofis kennen sich bereits seit ihrer Zeit in der U19-Nationalmannschaft und standen vor einigen Jahren gemeinsam im Kader. „Wir kennen uns bereits seit der U19, standen gemeinsam vor ein paar Jahren im Kader“, berichtet Ando. Das Besondere an ihrer Verbindung: Ihre Heimatstädte in der Präfektur Aichi liegen nur etwa 25 Kilometer auseinander, was zu einer engen Freundschaft führte.
Im letzten November trafen sich die beiden Spieler erneut bei der A-Nationalmannschaft, und wenig später auch beim Testspiel von St. Pauli gegen Werder Bremen im Januar, das 0:0 endete. Der Kontakt zwischen den Freunden ist seither kontinuierlich erhalten geblieben, auch wenn ein Treffen fernab des Fußballs bisher noch nicht zustande kam. „Sie schreiben sich häufig“, heißt es aus dem Umfeld der Spieler.
Anpassung an Deutschland und Sprachunterricht
Für Tomoya Ando war die Ankunft in Deutschland zunächst mit einer klimatischen Herausforderung verbunden. Auf die Frage, was hier anders sei als in seiner Heimat, antwortet der Innenverteidiger: „Es ist sehr, sehr kalt.“ Kein Wunder, spielte er zuletzt in Fukuoka auf der südjapanischen Insel Kyushu, wo Minusgrade äußerst selten sind.
Dennoch hat sich Ando bereits gut eingelebt, was auch daran liegt, dass er mit Joel Chima Fujita (24) und Taichi Hara (26) zwei weitere japanische Landsleute im Team des FC St. Pauli hat. Mit diesen hat er natürlich keinerlei Verständigungsprobleme. Um sich besser mit seinen anderen Teamkollegen verständigen zu können, nimmt der Verteidiger zweimal pro Woche Englischunterricht.
Ein englisches Wort kennt Ando allerdings bereits bestens: „Danger“. Dieser Spitzname wurde ihm verpasst, worüber der Japaner nur grinsen kann: „Ich weiß gar nicht, warum.“ Meist ist es nämlich Ando selbst, der als Innenverteidiger die Torgefahr des Gegners bannt.
Unterschiedliche Ausgangslagen vor dem Spiel
Während Tomoya Ando beim FC St. Pauli wohl erneut auf einen Platz in der Startelf von Trainer Alexander Blessin (52) hoffen darf, sah die Situation für Yukinari Sugawara bei Werder Bremen zuletzt anders aus. Beim 0:3 gegen Bayern München wurde der Rechtsverteidiger von Neu-Trainer Daniel Thioune (51) erst in der Schlussphase eingewechselt und musste meist mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen.
Ob sich die beiden Freunde am Sonntag auch auf dem Rasen direkt begegnen werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass Sugawara mit den von Ando organisierten Karten das Spiel von der Tribüne aus verfolgen kann, falls er nicht zum Einsatz kommt.
Das Duell zwischen dem FC St. Pauli und Werder Bremen findet am Sonntag um 17:30 Uhr statt und wird bei DAZN übertragen. Für Tomoya Ando wird es nicht nur ein sportlich wichtiges Spiel, sondern auch eine besondere Begegnung mit einem langjährigen Freund sein.



