Der Transferpoker um den argentinischen Stürmer Julian Alvarez eskaliert: Atlético Madrid hat beim Weltverband FIFA offiziell Beschwerde gegen den FC Barcelona eingereicht. Wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr, wirft der spanische Erstligist dem Rivalen eine unzulässige Kontaktaufnahme vor. Konkret soll Barcelona versucht haben, den Vizeweltmeister zum Abschied zu bewegen — ein Verstoß gegen die geltenden Transferregeln.
Vorwürfe der unerlaubten Kontaktaufnahme
Atlético zufolge habe Barcelona mehrfach versucht, Alvarez zu einer Vertragsauflösung oder einem Wechsel zu drängen. Neben der FIFA-Beschwerde soll sich der Champions-League-Halbfinalist laut spanischen Medien auch an den spanischen Verband RFEF gewandt haben. Ein Sprecher der RFEF wollte sich bislang nicht äußern. Die FIFA prüft nun die Vorwürfe – sollte Barcelona für schuldig befunden werden, drohen dem Klub empfindliche Strafen.
Alvarez selbst drängt auf Abschied
Der 26-jährige Stürmer, der seit 2024 für Atlético aufläuft, hatte während der WM selbst klargemacht, den Klub verlassen zu wollen. „Es ist das Beste für alle, mich gehen zu lassen“, sagte Alvarez gegenüber Reportern in New York. Der Weltmeister von 2022 gilt als einer der begehrtesten Angreifer Europas, sein Vertrag in Madrid läuft noch bis Sommer 2030 und enthält eine festgeschriebene Ausstiegsklausel von 500 Millionen Euro.
Barcelona-Chef Laporta macht Druck
Barca-Präsident Joan Laporta hatte Mitte Juli versucht, den Rivalen unter Zugzwang zu setzen. „Wir stehen mit einem Angebot bereit. Er ist ein Spieler, den unser Trainer Hansi Flick haben möchte, und deshalb haben wir Atlético Madrid das Angebot unterbreitet“, bekräftigte Laporta bei einem Event des spanischen Fußballverbandes in New York. Das Angebot von Barca soll sich auf rund 70 Millionen Euro belaufen – weit unter der Vorstellung von Atlético.
Atlético bleibt hart – trotz Millionengeboten
Atlético-Chef Miguel Ángel Gil schließt einen Verkauf von Alvarez praktisch aus. „Wir wollen ihn nicht verkaufen. Wir haben ein 100-Millionen-Euro-Angebot nicht akzeptiert. Genauso würden wir auch 150 Millionen oder 200 Millionen Euro nicht akzeptieren“, sagte Gil kürzlich im Interview. Erst im Juni hatte Atlético ein Angebot von Real Madrid über 150 Millionen Euro abgelehnt. Die Position des Klubs ist klar: Alvarez ist unverkäuflich, es sei denn, die Ausstiegsklausel wird gezahlt.
Der Transferstreit zwischen den beiden spanischen Topklubs könnte sich noch über Wochen hinziehen. Sollte die FIFA einen Regelverstoß feststellen, droht Barcelona eine Transfersperre oder Geldstrafe. Für Alvarez hingegen bleibt die Situation angespannt: Der Stürmer will wechseln, doch Atlético zeigt keine Kompromissbereitschaft.



