Ulli Wegner, eine der größten Legenden des deutschen Boxsports, wird am 12. Dezember in Dubai zum letzten Mal als Trainer in der Ringecke stehen. Der 83-Jährige betreut dann Kubrat Pulev bei der Verteidigung seines WBA-Schwergewichtstitels gegen Murat Gassijew. Im Gespräch mit WELT AM SONNTAG erklärte Wegner, warum er nach über fünf Jahrzehnten Abschied nimmt.
„Die Flamme für meine große Liebe Boxsport ist so gut wie erloschen“, sagte Wegner. Als Gründe nannte er den desolaten Zustand des Boxsports in Deutschland – sowohl im Amateur- als auch im Profibereich – sowie gesundheitliche Einschränkungen nach Oberschenkelhalsbrüchen und einer Hüftoperation. „Ich kann die Übungen nicht mehr wie gewohnt vor- und mitmachen“, so Wegner.
Wegner brachte in seiner Karriere sechs Weltmeister, zwei WM-Titelträgerinnen und sieben Europameister hervor. Er wurde 17 Mal zum „Trainer des Jahres“ gewählt und 2023 in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Seinen ersten Profi-Weltmeister feierte er 1998 mit Sven Ottke. Trotz des Abschieds blickt Wegner dankbar zurück: „Ich bin sehr dankbar für das, was ich erleben durfte.“



