Tom Brady, einer der größten Football-Spieler aller Zeiten, hat Lionel Messis Auftritt im Achtelfinale der Fußball-WM mit seinem legendären Super-Bowl-Comeback verglichen. „Ja, das könnte also das 28:3 übertreffen“, twitterte Brady und bezog sich auf den 34:28-Sieg seiner New England Patriots gegen die Atlanta Falcons im Jahr 2017, als sein Team zwischenzeitlich 3:28 zurücklag.
Messi dreht das Spiel gegen Ägypten
Ähnlich wie Brady damals stand Messi im Mittelpunkt eines dramatischen 3:2-Sieges gegen Ägypten. Der Argentinier verschoss zunächst einen Elfmeter, und sein Team lag bis zur 79. Minute mit 0:2 zurück. Doch dann leitete Messi den Umschwung ein: Er bereitete den Anschlusstreffer durch Cristian Romero vor und erzielte wenig später selbst den Ausgleich. In der Nachspielzeit sorgte Enzo Fernández für den Siegtreffer. „Er ist unser Vorbild, unser Maßstab, unser Anführer“, sagte Stürmer Lautaro Martínez nach dem Spiel. „Wir wollen weiterhin alles geben – für uns selbst, aber vor allem für ihn, denn es ist seine letzte Weltmeisterschaft und er hat uns so viel gegeben.“
Messis Spielweise: Gehen statt Rennen
Kritiker könnten anmerken, dass Messi während der Spiele kaum läuft. Der 39-Jährige verbringt den Großteil der Partien im Schritttempo, geht statt zu traben. Doch immer wieder zeigt er Momente der Genialität: Haken, Antritte und Abschlüsse, die ihn zum besten Spieler der Geschichte gemacht haben. Bei dieser WM hat Messi bereits acht Tore erzielt, obwohl er zwei Elfmeter verschoss – eine Bilanz, die ebenfalls einzigartig ist. Gegen Ägypten war er trotz des vergebenen Strafstoßes nicht nur hinderlich; seine Mitspieler passten ihr Tempo oft an ihn an, um ihn einzubeziehen.
Trainer Scaloni schwärmt von Messis Mentalität
Trainer Lionel Scaloni zeigte sich tief beeindruckt: „Wir sind ausgeschieden, sie liegen mit zwei Toren in Führung, aber dann fordert Messi den Ball erneut und versucht es immer wieder. Und ich bekomme Gänsehaut, um ehrlich zu sein.“ Die emotionale Welle könnte Argentinien bis ins Finale tragen, doch die körperliche Belastung ist enorm: Nach 120 Minuten gegen Kap Verde und 111 Minuten gegen Ägypten stand Messi erneut über die volle Distanz auf dem Platz. Schon vor dem Achtelfinale wurde Scaloni gefragt, ob Messi fit für die Startelf sei.
Nächste Herausforderung: Schweiz im Viertelfinale
In der Nacht zum Sonntag (03.00 Uhr/MagentaTV) trifft Argentinien in Kansas City auf die Schweiz. Die Eidgenossen stehen erstmals seit 72 Jahren im Viertelfinale und zeigen bisher ihre Bestform. Scaloni richtet den Blick jedoch über das Turnier hinaus: „Es geht hier nicht um diese Weltmeisterschaft, sondern darum, was die Zukunft bereithalten könnte. Besonders für die Spieler auf der Bank, die Lionel Messi beim Spielen zusehen und kaum glauben können, was sie da sehen.“ Sie sollten sich ein Beispiel an ihm nehmen.



