Borussia Dortmund hat seine vierte Marketing-Reise nach Japan angetreten – allerdings ohne zahlreiche Stammkräfte. Während des einwöchigen Aufenthalts in Osaka und Tokio müssen die japanischen Fans unter anderem auf Autogramme von Nico Schlotterbeck, Gregor Kobel, Julian Ryerson und Emre Can verzichten. Schlotterbeck und Can erholen sich von langwierigen Verletzungen, Kobel und Ryerson befinden sich noch im Urlaub oder nehmen in Dortmund erst langsam das Training wieder auf.
Reduzierter Kader mit wenigen Stars
Um dennoch bekannte Gesichter zu bieten, reisten die WM-Fahrer Maximilian Beier, Felix Nmecha, Waldemar Anton, Daniel Svensson und Carney Chukwuemeka mit nach Japan – jedoch nur als „Trostpflaster“, wie Cheftrainer Niko Kovac andeutete. „Wir werden sie nicht gleich dort reinschmeißen“, sagte Kovac mit Blick auf die Einsatzzeiten bei den geplanten Testspielen. Die fünf Stars seien eher für das zweite Spiel am Wochenende in Tokio eingeplant.
Kovac: Sportliche Relevanz gering
Vor der Abreise ließ der 54-jährige Trainer durchblicken, dass die Reise primär marketingtechnische Gründe habe. „Es wird sicherlich viel weniger Training sein, als vielleicht erwartet. Wir haben die Asienreise in die dritte Woche gelegt, damit wir einfach nur spielen“, so Kovac zwei Wochen nach dem Trainingsauftakt mit einem dezimierten Kader. Auch Sportdirektor Ole Book fehlt in Japan – er wird für Transferverhandlungen in der Heimat benötigt.
Transfermarkt: Suche nach Offensivspielern
Nach dem Wechsel von Karim Adeyemi zum FC Barcelona und dem Abgang von Julian Brandt sucht der BVB weiter nach Neuzugängen. „Natürlich hätten wir gerne schon einen Offensivspieler verpflichtet, aber am Ende des Tages muss man auch auf die Gesetze des Marktes achten“, hatte Book nach dem Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf bei Sky gesagt. Berichten zufolge soll der 18-jährige Grieche Konstantinos Karetsas für 30 Millionen Euro vom KRC Genk kommen; zudem steht der BVB im Austausch mit Said El Mala und dem 1. FC Köln.
Cramer kritisiert Bundesliga-Konkurrenz
Klubchef Carsten Cramer betont die Wichtigkeit der Marketing-Tour trotz sportlich geringem Wert und kritisiert die anderen Bundesligisten. „Wir sollten uns bewusst machen, welche Chancen in der Auslandsvermarktung liegen – und nicht immer gleich über ein mögliches Risiko sprechen. Dass nach der WM wieder nur die Bayern und wir auf Reisen gehen, finde ich schade“, sagte Cramer der „Funke Mediengruppe“. Der FC Bayern fliegt Anfang August für eine Woche nach Südkorea und Hongkong; die anderen 16 Bundesligisten trainieren in Europa.
Testspiele und erster Saisonhöhepunkt
Der BVB absolviert in Japan Testspiele gegen Cerezo Osaka und den FC Tokio. Bei Cerezo Osaka steht mit Shinji Kagawa ein alter Bekannter – der frühere Dortmunder gewann mit dem BVB zweimal die Meisterschaft und den DFB-Pokal. Das erste Pflichtspiel der neuen Saison ist der Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den FC Bayern am 22. August in Dortmund. Die Reise nach Japan ist die vierte nach 2015, 2017 und 2024.



