Dortmund feiert wichtigen Sieg in der Champions League
Borussia Dortmund hat im ersten Playoff-Spiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Vor 76.900 Zuschauern im Signal Iduna Park setzten sich die Westfalen mit einem überzeugenden 2:0 (2:0) durch und schaffen sich damit eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rückspiel in Norditalien.
Emotionaler Auftakt mit Blitzstart
Das Spiel begann mit einer ungewöhnlichen Verzögerung: Wegen eines Verkehrschaos rund um die Arena, verursacht durch einen parallel stattfindenden Konzert von Herbert Grönemeyer in der Westfalenhalle, kam der Mannschaftsbus der Dortmunder verspätet an. Der Anpfiff musste um 15 Minuten verschoben werden. „Die Mannschaft hat 1:10 Stunden gebraucht. Bei dem einen oder anderen war da Wut im Bauch. Vielleicht hilft uns das für das Spiel“, kommentierte BVB-Boss Lars Ricken die ungewöhnliche Situation.
Als es endlich losging, zeigte Dortmund von der ersten Minute an Entschlossenheit. Bereits nach 125 Sekunden erzielte Serhou Guirassy mit einem Kopfball die Führung für den BVB. Die Vorlage kam von Julian Ryerson, der damit seine starke Form unter Beweis stellte. „Das war ein perfekter Start“, freute sich Guirassy nach dem Spiel über sein frühes Tor.
Traurige Botschaft nach dem Tor
Nach seinem Treffer enthüllte Guirassy eine emotionale Botschaft. Der Nationalspieler aus Guinea zeigte ein Unterhemd mit der französischen Aufschrift: „Möge er sie in seinem großen Paradies willkommen heißen.“ Nach der Partie erklärte der Stürmer, dass seine Nichte verstorben sei und die Nachricht seinem Bruder galt: „Wir stehen ihm alle bei.“ Trotz dieser persönlichen Tragödie zeigte Guirassy eine starke Leistung und bereitete in der 42. Minute den zweiten Treffer durch Maximilian Beier mustergültig vor.
Überzeugende Mannschaftsleistung trotz Personalsorgen
Dortmund präsentierte sich auch in defensiver Hinsicht stabil, obwohl gleich vier Innenverteidiger verletzt fehlten: Nationalspieler Nico Schlotterbeck, Niklas Süle, Emre Can und Filippo Mane konnten nicht eingesetzt werden. Dennoch geriet die BVB-Abwehr nur selten in ernsthafte Bedrängnis. Torwart Gregor Kobel wurde in der gesamten ersten Halbzeit kein einziges Mal ernsthaft geprüft.
Nach der Pause kontrollierte Dortmund das Spielgeschehen und hätte den Vorsprung bei etwas mehr Konsequenz im Abschluss sogar ausbauen können. „Mir wäre das dritte Tor noch ganz lieb gewesen“, gab BVB-Kapitän Julian Brandt zu bedenken. „Ein 2:0 ist dennoch gut, aber trotzdem auch immer gefährlich, wenn man noch ein Auswärtsspiel vor der Brust hat.“
Ausblick auf das Rückspiel und mögliche Achtelfinalgegner
Mit diesem verdienten Sieg hat sich Borussia Dortmund eine hervorragende Position für das Rückspiel bei Atalanta Bergamo am kommenden Mittwoch verschafft. Sollte der BVB das Achtelfinale erreichen, warten dort mit dem englischen Tabellenführer FC Arsenal oder dem FC Bayern München gleich zwei schwere Gegner.
Für Serhou Guirassy war es bereits das sechste Tor in vier aufeinanderfolgenden Pflichtspielen – eine beeindruckende Serie nach monatelangem Formtief. Seine Leistung an diesem Abend war nicht nur sportlich, sondern auch menschlich bemerkenswert.



