WM-Debütant Curaçao droht Deutschland vor Duell am Sonntag
Curaçao droht Deutschland vor WM-Duell am Sonntag

Am Sonntag steht das kleinste Teilnehmerland aller Zeiten vor seinem größten Tag: Curaçao feiert gegen Deutschland seine WM-Premiere. Der karibische Inselstaat mit knapp 160.000 Einwohnern und einer Fläche von nur 444 Quadratkilometern (halb so groß wie Berlin) ist bereit für die große Bühne.

Besondere Rivalität mit Deutschland

Torhüter Eloy Room (37) erklärte gegenüber BILD: „Für Deutschland ist es ein Spiel gegen die Niederlande II, weil unsere Spieler fast alle dort geboren wurden. Das sorgt für eine besondere Rivalität und Brisanz – und motiviert uns zusätzlich.“ Im 26-köpfigen Kader gibt es nur einen Spieler, der tatsächlich in Curaçao geboren wurde: den ehemaligen Werder-Profi Tahith Chong (26). Alle anderen stammen aus den Niederlanden.

Selbstbewusste Ansagen der Spieler

Abwehrspieler Roshon van Eijma (27) gab auf die Frage nach seinem Tipp die klare Ansage: „2:0 für Curaçao.“ Mitspieler Juriën Gaari (32) kündigte an: „Wir sind wie Löwen auf dem Platz, um mit den Gegnern zu kämpfen.“

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Trainer Dick Advocaat: Der „kleine General“

Trainer Dick Advocaat (78) führte die ehemalige niederländische Kolonie sensationell zur WM. Der Niederländer war zuvor dreimal Bondscoach der Niederlande und erreichte mit ihnen bei der WM 1994 in den USA das Viertelfinale, wo man gegen den späteren Weltmeister Brasilien ausschied. Advocaat trainierte unter anderem auch Borussia Mönchengladbach.

Die Vorbereitung auf die WM begann natürlich in den Niederlanden. Im feinen Seebad Noordwijk bezog der WM-Neuling Ende Mai sein erstes Trainingslager. „Dass es gleich zu Beginn gegen Deutschland geht, ist doch fantastisch. Da wissen wir sofort, wo wir stehen. Wir wollen in die nächste Runde. Eine Überraschung ist immer möglich. Und eine Überraschung kann schon reichen, um weiterzukommen“, sagte Advocaat. „Wir sind nicht chancenlos. Es steckt sehr viel Ehrgeiz in dem Team. Und wenn du den hast, kannst du auch einiges erreichen.“

Karibische Lockerheit trifft auf Disziplin

Advocaat gilt als Disziplin-Fanatiker. „Es gibt bei uns klare Regeln, vor allem Pünktlichkeit ist ihm sehr wichtig“, sagte Gaari. Deshalb wird der Trainer auch „kleiner General“ genannt. Doch die Spieler folgen ihm, weil der Niederländer mit ihnen Erfolg hat und am Ende seiner Karriere etwas lockerer geworden ist. So erlaubt er, dass bei Trainingseinheiten und im Mannschaftsbus karibische Musik läuft. Das Team hat sich eine große schwarze Musikbox angeschafft. Nach der geglückten WM-Generalprobe gegen Aruba (4:0) ließ sich Advocaat zusammen mit seinen Spielern auf einer Bühne von den Fans feiern.

Advocaat und seine Holländer, getarnt als Curaçao – werden sie am Sonntag für Deutschland gefährlicher, als viele ahnen?

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