Innerhalb von 24 Stunden nach Öffnung des Online-Portals haben bereits 5000 Fans des TSV 1860 München eine Dauerkarte für die kommende Regionalliga-Saison erworben. Bereits nach vier Stunden waren 3600 Karten verkauft. Dieser beispiellose Ansturm zeigt die außergewöhnliche Treue der Löwen-Anhänger, die trotz einer verheerenden Saison mit Zwangsabstieg und Insolvenz erneut tief in die Tasche greifen.
Neue Dauerkarten für die Regionalliga
Nur wenige Wochen zuvor hatten rund 8000 Fans bereits eine Dauerkarte für die erwartete Drittliga-Saison gekauft – zum Preis von 330 Euro für einen Stehplatz und 660 Euro für einen Sitzplatz. Doch der TSV 1860 München musste Insolvenz anmelden, eine neue Spielbetriebsgesellschaft (GmbH) gründen und wurde in die Regionalliga zwangsversetzt. Die alten Dauerkarten sind nun Teil der Insolvenzmasse, die rund 4 Millionen Euro umfasst. Die Fans müssen mit einer Rückzahlung von bestenfalls 10 Prozent rechnen, und selbst das kann Jahre dauern.
Dennoch zögern die Anhänger nicht: Sie kaufen erneut, diesmal für die Regionalliga. Ein Stehplatz kostet 285 Euro, ein Sitzplatz 589 Euro. Damit sind die Preise nur geringfügig niedriger als für die Drittliga-Karten. Bis zum Stichtag wurden bereits 5000 neue Dauerkarten verkauft – ein Rekord, der die außergewöhnliche Bindung zwischen Verein und Fans unterstreicht.
Finanzielle Auswirkungen der Insolvenz
Die Einnahmen aus dem neuen Dauerkartenverkauf sind für den finanziell angeschlagenen Verein von enormer Bedeutung. Sollte der Trend anhalten, könnten über 8000 Karten verkauft werden – rund 3 Millionen Euro würden in die Kassen der neuen GmbH fließen. Nach Informationen der BILD wird der Verkauf bei 9500 Karten gestoppt. Grund ist die begrenzte Kapazität des Grünwalder Stadions, das 15.000 Zuschauern Platz bietet. Ein Gästekontingent von 5 Prozent der Sitzplatzkarten und 10 Prozent der Stehplatzkarten muss freigehalten werden, dazu Tageskassentickets und VIP-Karten.
Die alte Dauerkarten-Inhaber stehen vor einer ungewissen Zukunft: Die rund 4 Millionen Euro aus dem ersten Verkauf sind in der Insolvenzmasse gebunden. Eine Rückzahlung von maximal 10 Prozent wird prognostiziert, doch der Zeitrahmen ist offen. Viele Fans haben sich damit abgefunden und betrachten die neue Dauerkarte als erneuten Beweis ihrer Loyalität.
Die Saison beginnt – mit ausverkauften Stadien
Die Löwen starten am Samstag, 1. August, um 14 Uhr auswärts in Schweinfurt in die Regionalliga-Saison. Das erste Heimspiel findet am Freitag, 7. August, um 19 Uhr gegen Augsburg II statt – aller Voraussicht nach vor ausverkauftem Haus. Die Nachfrage nach Tickets ist überwältigend, und die Fans zeigen, dass ihre Liebe zum Verein keine Ligazugehörigkeit kennt.
Der TSV 1860 München durchlebt eine der schwierigsten Phasen seiner Geschichte, doch die Unterstützung der Fans gibt Hoffnung. Mit Einnahmen aus dem Dauerkartenverkauf kann der Verein die finanziellen Löcher stopfen und den Neuanfang in der Regionalliga stemmen. Die Leidenschaft der Anhänger ist und bleibt das Fundament des Vereins.



