Linus Musielak (22) aus Dortmund, Fynn Meves (23) aus Bielefeld und Noah Vasilev (23) aus Würzburg trainieren derzeit in Winston-Salem, North Carolina, mit dem Viertligisten Salem City FC und haben dabei die Gelegenheit, auf die deutsche Nationalmannschaft zu treffen. Die drei Collegespieler, die normalerweise in Boston und Chicago studieren, nutzen die Sommerpause des US-Collegesports, um sich fit zu halten und ihre Profiambitionen zu verfolgen.
Zweite Chance auf dem zweiten Weg
„Es war schon immer mein Traum, professionell zu spielen, und ich habe es für mich als zweite Chance entdeckt, das hier in den USA auf dem zweiten Weg zu erreichen“, erzählt Flügelstürmer Musielak der dpa. Das US-System unterscheidet sich grundlegend vom deutschen: Wer im Collegesport hervorsticht, wird von seiner Universität gefördert und kann von Profiteams entdeckt werden. Da der Collegesport im Sommer ruht, absolvieren viele Fußballer Stippvisiten bei unterklassigen Vereinen.
Begegnung mit DFB-Stars
Die drei haben sich bewusst für Winston-Salem entschieden, „damit wir die deutsche Nationalmannschaft treffen können“, so Meves. Und das gelang: Auf dem Weg zum Training an der Wake Forest University trafen sie Nico Schlotterbeck, Felix Nmecha und Deniz Undav. In einem Café begegneten sie zufällig Joshua Kimmich und Oliver Baumann. „Die haben uns auch ein bisschen ausgefragt und uns eigentlich mehr gefragt als wir sie, was eigentlich echt ganz lustig und cool für uns war“, erinnert sich Vasilev.
Leben und Training in Winston-Salem
Die Studenten wohnen mit fünf weiteren Spielern in einem Haus. Zweimal pro Woche kauft die „Vereinsmama“ für sie ein. Unterkunft und Verpflegung stellt der Verein, bezahlt werden die Nachwuchskicker jedoch nicht. Im August geht es zurück an die Uni, wo der Traum von der Profikarriere weiterlebt. Sollte es nicht klappen, haben die Spieler immerhin einen Abschluss an einer angesehenen US-Hochschule in der Tasche.
Kimmich zeigt Verständnis
DFB-Kapitän Joshua Kimmich zeigte sich auf einer Pressekonferenz beeindruckt: „Ich hätte das auch bei mir selbst sehr interessant gefunden, wenn es nicht funktioniert hätte mit der Profikarriere. Es ist sehr spannend, in einem fremden Land und in einer fremden Kultur gewisse Dinge mitzunehmen.“



