DFB-Gegner Paraguay: Völler erwartet körperbetontes Spiel im Sechzehntelfinale
DFB-Gegner Paraguay: Völler erwartet körperbetontes Spiel

Am Montag (22.30 Uhr MESZ) trifft die deutsche Nationalmannschaft in Boston im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft auf Paraguay. DFB-Sportdirektor Rudi Völler erwartet einen Gegner, „der ein bisschen tiefer steht, der ein bisschen körperlicher ist“ – ähnlich wie die Ecuadorianer, die den Deutschen mit ihrem physischen Spiel beim 1:2 in der Vorrunde Probleme bereitet hatten.

Völler zeigt sich gelassen nach Ecuador-Niederlage

Zwei Tage nach der frustrierenden Niederlage gegen Ecuador, die das Land in Aufruhr versetzt hat, tritt Völler als Beruhiger auf. „Ich bin völlig beruhigt und relaxt, weil ich weiß: Am Montag wird die Mannschaft alles reinlegen“, sagte der 66-Jährige bei einer Pressekonferenz in Winston-Salem. Die Niederlage sei zwar unnötig gewesen, aber „da können wir gut mit umgehen.“

Völler ist nicht nur wegen seiner Erfahrung als Sportdirektor der richtige Mann für die Pressekonferenz, sondern auch als Zeitzeuge. Zweimal spielte Deutschland bisher gegen Paraguay, das erste Mal bei der WM 2002 in Japan und Südkorea, als Völler Teamchef war. „Im Leben gibt es Dinge, die gibt es ja eigentlich gar nicht“, sagte er mit Blick auf die Parallele: Auch damals war es das erste K.-o.-Spiel, das Achtelfinale.

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Erinnerungen an das WM-Duell 2002

Vor 24 Jahren trafen die Deutschen in Seogwipo auf Paraguay, das nach Völlers Erinnerung „defensiv gut gestanden“ und auf das Elfmeterschießen spekuliert hatte. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit spielte Bernd Schneider den Ball von rechts vors Tor, Oliver Neuville traf am kurzen Pfosten zum 1:0-Endstand. „Da könnte ich diesmal auch sehr gut mit leben“, sagte Völler. Noch besser wäre ein früheres Tor.

Damals fürchteten die Deutschen vor allem Paraguays Torhüter José Luis Chilavert, der als gefürchteter Freistoßschütze bekannt war. Beim Stand von 0:0 trat Chilavert in der 75. Minute zu einem Freistoß an, scheiterte aber am starken Drang nach oben – der Ball flog übers Tor. Torhüter Oliver Kahn sagte später: „Wenn der mir einen reingeschossen hätte, hätte ich mit dem Fußball aufgehört.“

Paraguay als klarer Außenseiter

Anders als 2002 gehen die Deutschen diesmal als klarer Favorit in das Duell. Paraguay erzielte in drei Gruppenspielen nur zwei Tore und verdankt das Weiterkommen vor allem einem glücklichen 1:0 gegen die Türkei. Das Team des argentinischen Trainers Gustavo Alfaro, bei dem der frühere Herthaner Omar Alderete in der Viererkette Stammspieler ist, hat bisher wenig Schrecken verbreitet.

Völler selbst war 2002 noch weniger gelassen: Nach dem knappen Sieg polterte er gegen Kritiker, die von „Holzschuh-Fußball“ sprachen. „Wir dürfen uns einfach nicht davon beeinflussen lassen, wenn irgendein bekloppter englischer Journalist sagt, es sei ein Scheißspiel gewesen“, echauffierte er sich. Später entschuldigte er sich für seine Worte. Heute zeigt er sich deutlich entspannter.

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