Energie Cottbus hat auf dem Transfermarkt ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Der Zweitliga-Aufsteiger sicherte sich die Dienste von Luca Erlein (19), einem deutschen U19-Nationalspieler. Der Jung-Profi war erst wenige Tage zuvor für zwei Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zu Bayer Leverkusen gewechselt. Nun soll er in der Lausitz Spielpraxis sammeln und zum Klassenerhalt beitragen.
Die Mega-Choreo als entscheidender Faktor
Erlein selbst erklärte gegenüber BILD, was ihn nach Cottbus zog: „Ich habe ja letztes Jahr hier gespielt, die Stimmung, die Fans vor Ort wahrgenommen. Die Atmosphäre zum 60-jährigen Jubiläum war top, da hat es sehr viel Spaß gemacht, hier aufzulaufen.“ Am 31. Januar war Erlein mit Hoffenheims Drittliga-Reserve zum Geburtstag des Ex-Bundesligisten in der Lausitz aufgelaufen. Die Mega-Choreografie mit zwei XXL-Blockfahnen über zwei Tribünen und allen Zuschauern in rot-weißen Regenponchos hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Schon damals schrieb BILD: „Die Hoffenheim-Bubis dürften sich diesmal auch gewundert haben, in welcher Welt sie gelandet sind.“
Direkte Verbundenheit und familiäre Atmosphäre
Bei Erlein hinterließ dieser Auftritt definitiv Eindruck. „Cottbus ist ein Verein mit sehr viel Energie, trotzdem familiär, das merkt man auch. Ich hatte dann sehr gute Gespräche mit dem Trainer und dem Vorstand. Ich habe mich direkt verbunden gefühlt“, sagte er. Der rechte Verteidiger, der auch innen und auf der linken Seite spielen kann, wurde gerade erst Vize-Europameister mit der deutschen U19-Auswahl. Im Finale unterlag sein Team Spanien mit 0:2.
Der Schritt von Hoffenheim zu Leverkusen
Doch was war der Gedanke zuvor beim Schritt von Hoffenheim zu Bayer 04? Erlein: „Nach der letzten Saison habe ich mich mit meiner Familie und meinem Berater zusammengesetzt und gefragt, was wir machen wollen. Leverkusen hat mir einen sehr guten Plan für die Zukunft gegeben. Mit dem war ich voll einverstanden und wollte es unbedingt machen.“
Druck bei der U19-EM gemeistert
Für Erlein kann die Sommer-Erfahrung genau der richtige Schritt gewesen sein, um nach der dritten nun in der zweiten Liga zu bestehen. Er gesteht: „Dort hast du in jedem Spiel Druck, musst immer gewinnen, um im Turnier voranzukommen. Gerade in einem Halbfinale oder Finale kannst du da ganz viel mitnehmen. Je öfter man solche Situationen erlebt, umso besser kann man damit umgehen. Das spüre ich mittlerweile auch.“
Eltern als wichtige Stütze
Dass Brandenburg ein gutes Pflaster werden kann, haben offensichtlich auch seine Eltern so entdeckt. Erlein: „Klar, schaue ich mir erst mal alles selbst an. Die Meinung meiner Eltern war aber mit das Wichtigste für mich. Da höre ich auch lieber zweimal hin als einmal zu wenig. Und ich glaube, sie sind auch sehr zufrieden jetzt.“ Ab sofort geht es im Hexenkessel in Cottbus für ihn mit um den Klassenerhalt – und das wäre etwas Großes für ihn, Energie und die Stimmung im Stadion.



