Die ivorische Nationalmannschaft hat trotz der knappen 1:2-Niederlage gegen das DFB-Team eine positive Bilanz gezogen. Die Medien des afrikanischen Landes lobten den Kampfgeist und die Leistung der „Elefanten“ und sprachen von einem moralischen Sieg. Lediglich Simon Adingra erntete scharfe Kritik für seine verpasste Chance in der Schlussphase.
Spielverlauf und Wendepunkt
Das Team der Elfenbeinküste war selbstbewusst in die Partie gegangen. Stürmer Elye Wahi von Eintracht Frankfurt durfte nach langer Wartezeit endlich nach Kanada einreisen, was die Stimmung im Team hob. Nach einem souveränen 1:0-Auftaktsieg gegen Ecuador traten die Afrikaner mutig auf und brachten die deutsche Mannschaft mehrfach in Bedrängnis. Erst in der 94. Minute erzielte Deniz Undav den Siegtreffer für das DFB-Team. Der Stuttgarter war in der 60. Minute für Jamal Musiala eingewechselt worden und erzielte beide Tore für Deutschland.
Die ivorische Online-Zeitung Linfodrome titelte: „Ehre ohne Belohnung: Die Elefanten bringen die deutsche Mannschaft zum Zittern und erlangen weltweiten Respekt.“ Die Redaktion lobte: „Wir haben uns getraut, wir haben geschossen, wir haben ohne Komplexe gespielt.“ Ergebnis und Statistiken seien zweitrangig, es zähle die Mentalität. „Die Welt weiß nun, wer wir sind: Die Elfenbeinküste spielt Fußball und hat vor niemandem Angst.“
Lob für Deutschland und Undav
Auch für die deutsche Nationalelf gab es Anerkennung. Salif Cheickna von Fraternité Matin meinte: „Die deutsche Mannschaft hat Charakter bewiesen.“ Der Sieg sei verdient gewesen und habe den Status der Deutschen als Titelanwärter bestätigt. Besonders der Auftritt von Undav wurde hervorgehoben. „Er hat das Spiel gedreht und gezeigt, wie wichtig Ersatzspieler in großen Turnieren sind“, so Cheickna.
Scharfe Kritik an Adingra
Die Einzelkritik der ivorischen Spieler fiel gemischt aus. Torwart Yahia Fofana wurde für seine Paraden gefeiert, doch Simon Adingra stand im Fokus der Kritik. In der 90. Minute lief er einen Konter, anstatt selbst aufs Tor zu schießen, gab er einen Seitenpass auf einen Mitspieler – eine vergebene Chance, das Spiel zu entscheiden. Die französische Fußballlegende Thierry Henry kommentierte: „Der ivorische Nationaltrainer hat nun jeden Grund, Adingra bei den nächsten Spielen auf der Bank zu lassen.“ Er fügte hinzu: „Adingra sollte sich schämen und muss sich bei seinen Mitspielern entschuldigen.“
Positive Bilanz und Ausblick
Trotz der Niederlage bleibt die Stimmung optimistisch. „Das tapfere ivorische Team fällt mit den Waffen in der Hand“, schrieb das erste ivorische Fernsehen. Das Spiel gebe Hoffnung für den weiteren Turnierverlauf. Die Elfenbeinküste kann sich mit einem Sieg gegen Curaçao am Donnerstag für die K.-o.-Runde qualifizieren. Deutschland hat sich durch den Sieg bereits für das Sechzehntelfinale qualifiziert und kann dank des Unentschiedens zwischen Curaçao und Ecuador nicht mehr vom ersten Platz der Gruppe E verdrängt werden.



