Europa stellt sich gegen Infantinos WM-Pläne: UEFA droht mit Boykott
Europa gegen Infantino: UEFA droht mit WM-Boykott

Der europäische Fußballverband UEFA hat am Donnerstag bei einer Dringlichkeitssitzung einen Beschluss gefasst, der die Fußballwelt erschüttern könnte: Sollte FIFA-Präsident Gianni Infantino seine Pläne umsetzen, WM-Rechte an Investoren mit Verbindungen zum US-Präsidenten Donald Trump zu verkaufen, wird Europa bei der nächsten Weltmeisterschaft und allen künftigen FIFA-Turnieren nicht dabei sein.

UEFA zieht rote Linie

Der Schritt der UEFA ist eine direkte Reaktion auf Infantinos jüngste Pläne, die darauf abzielen, die Vermarktungsrechte für Weltmeisterschaften an private Investoren zu veräußern. Dabei handelt es sich um Investoren, die Verbindungen zu Donald Trump haben. Infantino hatte bereits mehrfach mit umstrittenen Entscheidungen für Aufsehen gesorgt, darunter die Vergabe der WM nach Russland, Katar und Saudi-Arabien sowie die Verleihung des Friedenspreises an Trump.

Mit dem Beschluss der UEFA setzt der europäische Fußball ein klares Zeichen gegen die zunehmende Kommerzialisierung und den Einfluss von Geld in der Verbandspolitik. „Es ist ein längst überfälliger Schritt“, kommentiert Martin Einsiedler im Tagesspiegel. „Der Fußball vereint, aber wenn die Sache ganz groß und ganz lukrativ wird, reißt er die Menschen auseinander.“

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Infantinos geldgetriebene Politik

Gianni Infantino regiert den Weltfußball seit Jahren mit einer Politik, die vor allem auf Geld ausgerichtet ist. Er verteilt großzügig die Milliarden an die 211 Mitgliedsverbände und sichert sich so seine Macht. Dabei ist es ihm offenbar gleichgültig, woher das Geld stammt – ob von Putin, der saudi-arabischen Königsfamilie oder Trumps Leuten. „Infantino predigt stets Menschenrechte und Fairplay, aber sein Handeln zeigt etwas anderes“, so Einsiedler weiter.

Der Kommentator erinnert an die Münchner TV-Serie „Kir Royal“, in der es heißt: „Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld!“ – genau dies sei Infantinos Motto. Er scheue keine Kontroversen, um die Kassen der FIFA zu füllen.

Verspätete Reaktion Europas

Kritiker werfen der UEFA und auch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor, zu lange gezögert zu haben. Infantino habe schon x-mal den Bogen überspannt, ohne Konsequenzen zu spüren. „Die europäischen Verbände ließen ihn gewähren, weil auch sie gerne die vielen Millionen einsackten“, schreibt Einsiedler. Die Entscheidung vom Donnerstag sei daher zwar richtig, komme aber spät – vielleicht zu spät, um den Weltfußball noch zu retten.

Dennoch stellt sich Europa nun geschlossen gegen den FIFA-Präsidenten. Der Verband betonte, dass man sich nicht erpressen lassen werde. Sollte Infantino die Pläne durchziehen, droht ein Szenario, das den Fußball grundlegend verändern könnte.

Machtkampf um die Zukunft des Fußballs

Der Machtkampf zwischen Infantino und der UEFA ist offen. Auf der einen Seite stehen die Europäer, die von allen Kontinentalverbänden die meisten qualitativ hochwertigen Mannschaften stellen, wie die abgelaufene Weltmeisterschaft zeigte. Auf der anderen Seite hat Infantino sich in den letzten Jahren von Europa entfremdet. Er ist genervt von der Kritik, die vor allem aus Europa kommt.

Es ist nicht ausgemacht, dass Infantino sich von Europa lossagt – auch weil er dann keine Fesseln mehr hätte für seine ungezügelte Politik der Geldvermehrung. Die Folge wäre eine weiterhin große Fußball-Weltmeisterschaft ohne Europa, die den Namen nicht mehr verdient hätte, und eine viel größere Fußball-Europameisterschaft als bisher.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Infantino einlenkt oder ob der Weltfußball vor einer Zerreißprobe steht. Sicher ist: Der Schritt der UEFA ist ein wichtiges Signal, dass der Fußball nicht käuflich ist – oder zumindest, dass Europa bereit ist, für seine Werte zu kämpfen.

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