Die frühere Trainerin der US-Ausnahmeturnerin Simone Biles, Aimee Boorman, beendet ihre Tätigkeit am Bundesstützpunkt in Stuttgart vorzeitig. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) und die 52-jährige US-Amerikanerin hätten sich einvernehmlich auf die Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt, teilte der Verband mit.
Boorman war im März 2025 nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen das Kunstturnforum Stuttgart verpflichtet worden. Mehrere ehemalige und aktive Turnerinnen hatten rund um den Jahreswechsel 2024/2025 Vorwürfe unter anderem über „systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch“ erhoben. Der Schwäbische Turnerbund (STB) trennte sich daraufhin von zwei Trainern.
„Sie startete damals unter schwierigen Bedingungen am Stützpunkt, der im Zuge von Missbrauchsvorwürfen im Umbruch war und bis heute ist“, hieß es in der DTB-Mitteilung. Trotz großem Bemühen habe die Zusammenarbeit „nicht so funktioniert, wie es gewünscht und erforderlich gewesen wäre“. Boormans Vertrag war im August bis Dezember 2028 verlängert worden.
Boorman hatte zwischen 2005 und 2016 die siebenmalige Olympiasiegerin Simone Biles betreut. In Stuttgart sollte sie eine kleine Gruppe um die deutsche Hoffnungsträgerin Helen Kevric betreuen. Kevric hatte sich Ende Mai 2025 bei den Turn-Europameisterschaften in Leipzig schwer am Knie verletzt und befindet sich im Aufbautraining. Die Olympiateilnehmerin hatte sich nach der Freistellung der zwei Trainer hinter diese gestellt und gesagt, sie sei „kein Missbrauchsopfer“.
Die Aufarbeitung der Vorwürfe, von denen auch der Stützpunkt in Mannheim betroffen ist, dauert an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.



