RAW-Gelände in Berlin: Räumungsaufforderungen erschüttern Club- und Kulturszene
Das beliebte Ausgeh- und Kulturviertel RAW-Gelände im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg steht offenbar vor dem Aus. Wie der Bezirk und der Senat mitteilen, haben die Eigentümer des Geländes ihre Pläne, das Areal als Standort für Clubs und kulturelle Einrichtungen zu erhalten, überraschend beendet. Stattdessen wurden Räumungsaufforderungen an die Betreiber der Clubs und Kulturmacher verschickt.
Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) zeigte sich verärgert über das Vorgehen der Eigentümer. „Ohne Rücksprache oder Diskussion wurden die Verhandlungen einseitig abgebrochen“, kritisierte Schmidt. Er betonte, dass der Bezirk und der Senat alles daran gesetzt hätten, das Gelände als lebendigen Ort für Kunst, Kultur und Nachtleben zu erhalten. Die plötzliche Räumungsaufforderung treffe die Betreiber völlig unvorbereitet und gefährde zahlreiche Arbeitsplätze und kulturelle Projekte.
Das RAW-Gelände ist seit Jahren ein Anziehungspunkt für Besucher aus ganz Berlin und darüber hinaus. Mit seinen Clubs, Ateliers, Galerien und Veranstaltungsräumen gilt es als eines der letzten großen zusammenhängenden Kulturquartiere der Stadt. Die Nachricht von der Räumung sorgt in der Szene für Bestürzung. Viele Betreiber hoffen nun auf eine politische Lösung, um den Standort zu retten.
Der Senat kündigte an, die Entwicklung genau zu beobachten und alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sagte: „Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das RAW-Gelände ein Ort der Begegnung und Kultur bleibt.“ Ob die Eigentümer zu weiteren Gesprächen bereit sind, ist derzeit unklar.



