Berliner Waldsiedlung Zehlendorf als Unesco-Welterbe anerkannt
Waldsiedlung Zehlendorf ins Unesco-Welterbe aufgenommen

Die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin ist offiziell in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden. Das Welterbekomitee der Unesco beschloss am Dienstag im südkoreanischen Busan, die Siedlung als Erweiterung der bereits bestehenden Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ anzuerkennen. Dies gab das Komitee in seiner 46. Sitzung bekannt.

Erweiterung der bestehenden Welterbestätte

Die bestehende Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ umfasst seit 2008 sechs bedeutende Wohnsiedlungen aus der Zeit der Weimarer Republik: Gartenstadt Falkenberg, Siedlung Schillerpark, Großsiedlung Britz (Hufeisensiedlung), Wohnstadt Carl Legien, Weiße Stadt und Siedlung Siemensstadt. Mit der Waldsiedlung Zehlendorf kommt nun eine siebte Siedlung hinzu. Die Stätte würdigt den reformerischen Wohnungsbau der 1920er und 1930er Jahre, der durch innovative Grundrisse, gemeinschaftliche Einrichtungen und die Integration von Grünflächen geprägt ist.

Die Waldsiedlung Zehlendorf als Gartenstadt

Die Waldsiedlung Zehlendorf wurde in den 1920er Jahren im Stil einer Gartenstadt errichtet. Sie liegt im Südwesten Berlins, eingebettet in ein bewaldetes Gebiet im Ortsteil Zehlendorf. Die Siedlung besteht aus ein- und zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit Gärten, die den Bewohnern viel Licht und Luft bieten sollten. Typisch sind rote Ziegeldächer, hell verputzte Fassaden und großzügige Vorgärten. Die Architektur orientierte sich an der Reformbewegung, die eine Abkehr von den Mietskasernen der Gründerzeit anstrebte. Das Komitee hob hervor, dass die Siedlung ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von Stadtplanung und Natur darstellt.

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Einzigartige Architektur und städtebauliches Konzept

Die Siedlung folgt dem Prinzip der aufgelockerten Bauweise mit viel Grün zwischen den Häusern. Die Grundstücke sind großzügig bemessen, und die Häuser verfügen über individuelle Gestaltungsmerkmale. Die Planung zielte darauf ab, gesunden Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen. Die Waldsiedlung Zehlendorf gilt als eines der besterhaltenen Beispiele der Gartenstadtbewegung in Deutschland. Sie wurde zwischen 1920 und 1925 erbaut und spiegelt die sozialreformerischen Ideale der Weimarer Republik wider.

Bedeutung für den Denkmalschutz und Tourismus

Die Aufnahme in die Welterbeliste bringt internationalen Schutz und Anerkennung für die Siedlung. Experten erwarten, dass die Auszeichnung den Denkmalschutz und die touristische Wahrnehmung des Ensembles stärken wird. Bereits jetzt ist die Waldsiedlung Zehlendorf ein beliebtes Ziel für Architekturinteressierte aus aller Welt. Die Unesco-Auszeichnung unterstreicht den Wert der Siedlung als kulturelles Erbe von globaler Bedeutung und sichert langfristig ihre Erhaltung.

Internationale Anerkennung

Die Entscheidung in Busan ist Teil der laufenden Welterbekonferenz, bei der mehrere Kandidaturen aus aller Welt geprüft werden. Deutschland verzeichnet damit eine weitere Welterbestätte; insgesamt gehören nun 54 Stätten in Deutschland zum Unesco-Welterbe. Die Waldsiedlung Zehlendorf ist die siebte Berliner Siedlung der Moderne auf der Liste. Die Anerkennung würdigt die außergewöhnliche universelle Bedeutung dieser Wohnbauten für die Architekturgeschichte.

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