Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat den Angriff auf Passanten am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin als eine „augenscheinliche Terrortat“ bezeichnet. In einer Mitteilung auf der Plattform X schrieb der CDU-Politiker: „Wieder hat ein feiger und menschenverachtender Anschlag friedlich feiernde Menschen getroffen – diejenigen, die für unsere freie und offene Gesellschaft stehen.“ Der Vorfall ereignete sich am Samstag, als ein Auto in eine Menschenmenge fuhr. Laut Polizei wurden mehrere Personen verletzt, einige schwer. Die genauen Umstände und das Motiv sind noch unklar.
Politische Reaktionen aus den Bundesländern
Rhein betonte, dass der Fokus derzeit auf der Fahndung nach dem oder den Tätern sowie der Trauer um die Opfer liege. „Danach wird die Tat auch politisch zu bewerten sein“, fügte er hinzu. Auch andere Ministerpräsidenten äußerten sich erschüttert. Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) nannte die Tat „durch nichts zu rechtfertigen“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von „islamistischem Terror gegen die queere Community“. Die Vorfälle werfen Fragen nach der Sicherheit bei Großveranstaltungen auf.
Ermittlungen und Sicherheitsmaßnahmen
Die Berliner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Beamte durchsuchten das Gebiet rund um das Tatfahrzeug. Zeugen werden gebeten, sich zu melden. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigte an, die Sicherheitskonzepte für öffentliche Veranstaltungen zu überprüfen. Auch in anderen Bundesländern gibt es Konsequenzen: Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden CSD in der Hansestadt zu prüfen. Die Veranstalter des CSD in Sachsen-Anhalt befürchten indes, dass der Angriff Auswirkungen auf die Teilnahmebereitschaft haben könnte.
Betroffenheit in der Sportwelt
Der Angriff löste auch in der Sportwelt Bestürzung aus. Die Berliner Vereine Hertha BSC, Union Berlin und die Eisbären (Füchse) zeigten sich „zutiefst erschüttert“ und sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus. Am Abend fand in der Berliner St. Marienkirche eine Andacht für die Betroffenen statt. Die Evangelische Kirche rief zu Zusammenhalt und Besonnenheit auf.
Die genauen Hintergründe der Tat sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei schließt eine politisch motivierte Tat nicht aus. Rhein forderte eine schnelle Aufklärung und eine harte Bestrafung der Täter. „Unsere freie Gesellschaft wird sich nicht einschüchtern lassen“, betonte er abschließend.



