Ex-Sportdirektor zieht vor Gericht: VfL Wolfsburg muss sich vor Arbeitsgericht verantworten
Die sportliche Krise beim VfL Wolfsburg bekommt nun auch eine juristische Dimension. Der ehemalige Sportdirektor Sebastian Schindzielorz (47) hat Klage gegen den abstiegsbedrohten Bundesligisten eingereicht. Das Arbeitsgericht Braunschweig verhandelt den Fall am kommenden Montagvormittag.
Klage gegen Kündigung und Befristung
In dem Verfahren wehrt sich Schindzielorz gegen die Beendigung seines Arbeitsverhältnisses, wie das Gericht in einer offiziellen Pressemitteilung bestätigte. Der seit dem 1. Februar 2023 beim Verein beschäftigte Ex-Sportdirektor macht geltend, dass sein Arbeitsverhältnis nicht durch einen Aufhebungsvertrag oder eine einseitige Erklärung des Vereins zum 13. Februar 2026 beendet worden sei. Zusätzlich greift er eine im Vertrag enthaltene Befristung zum 30. Juni 2026 als unwirksam an.
Der VfL Wolfsburg wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Verfahren äußern, während Schindzielorz selbst für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Auch regionale Medien wie die Wolfsburger Nachrichten berichteten über die anstehende Gerichtsverhandlung.
Hintergrund: Die sportliche Krise in Wolfsburg
Schindzielorz wurde im vergangenen November nach einer 1:2-Niederlage bei Werder Bremen entlassen – nur vier Tage nach der Entlassung von Cheftrainer Paul Simonis (41). Der ehemalige Profi gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die aktuelle sportliche Misere des Vereins, der als Tabellen-Vorletzter den ersten Abstieg der Klubgeschichte fürchten muss.
Dem Ex-Sportdirektor werden insbesondere folgende Versäumnisse vorgeworfen:
- Fehlentscheidungen im Transferbereich: Schindzielorz sollte im Sommer-Transferfenster für etwa 20 Millionen Euro einen neuen Mittelstürmer verpflichten, scheiterte jedoch an dieser Aufgabe.
- Kostspielige Fehlinvestitionen: Stattdessen holte er unter anderem den als Flop geltenden Mittelfeldspieler Vini Souza (26) für 15 Millionen Euro von Sheffield United.
- Mangelnde Kommunikation: Vier-Augen-Gespräche mit Spielern, die Missstände ansprechen und Lösungsansätze diskutieren wollten, sollen ergebnislos verlaufen sein und für zusätzlichen Frust in der Mannschaft gesorgt haben.
Weitere personelle Konsequenzen der Krise
Die schwierige Saison hat beim VfL Wolfsburg bereits mehrere Führungspositionen gekostet. Neben Schindzielorz und Trainer Simonis mussten auch Co-Trainer Daniel Bauer (43) und Geschäftsführer Peter Christiansen (51) den Verein verlassen. Am Samstag empfangen die Niedersachsen die Eintracht aus Frankfurt (15:30 Uhr/Sky) in einem weiteren wichtigen Spiel im Kampf um den Klassenerhalt.
Das Arbeitsgericht Braunschweig wird nun klären müssen, ob die Kündigung von Sebastian Schindzielorz rechtmäßig erfolgte oder ob dem ehemaligen Sportdirektor möglicherweise Unrecht getan wurde. Die Entscheidung könnte nicht nur finanzielle Folgen für den Verein haben, sondern auch ein weiteres Kapitel in der turbulenten Saison des VfL Wolfsburg darstellen.



