Der 1. FC Magdeburg (FCM) schlägt einen neuen Kurs ein. Der Zweitligist stellt die Nachwuchsarbeit in den Mittelpunkt seiner strategischen Ausrichtung. Ziel ist es, mehr eigene Talente zu entwickeln und sie schrittweise an das Profi-Niveau heranzuführen. Diese Eigengewächse sollen künftig die Identifikation mit dem Verein stärken und die Fans noch intensiver an den Klub binden.
Geisthardt: Zusammenspiel zwischen Profis und U23 verbessern
Martin Geisthardt (38), Geschäftsführer des FCM, hatte kürzlich in einer klaren Stellungnahme die neue Philosophie untermauert: „Wir wollen gezielt entwicklungsfähige Spieler verpflichten und gleichzeitig die U23 stärker nutzen, um Talente heranzuführen. Im Nachwuchs sehen wir, dass Potenzial vorhanden ist. Deshalb arbeiten wir daran, das Zusammenspiel zwischen Profis und U23 weiter zu verbessern und auch die Übergänge von der U17 über die U19 bis in den Profibereich strukturierter zu gestalten.“
Erste Vertragsverlängerungen als Signal
Der neue Sportchef Peer Jaekel (43) hat in den vergangenen Tagen und Wochen bereits erste konkrete Maßnahmen umgesetzt. Spieler wie Elisio Widmann (22) und Henrik Jacob (18) sowie die Torhüter Tjark Möbius (17) und Tom Schiller (24) wurden langfristig an den FCM gebunden. Über die U23 können sich diese Talente für den Sprung in die 2. Liga empfehlen und so den nächsten Karriereschritt machen.
Lehre aus dem Abgang von Albert Millgramm
Was Jaekel unter allen Umständen verhindern soll, ist der Abgang von eigenen Talenten. Ein schmerzhaftes Beispiel ereignete sich im Frühjahr dieses Jahres: Der FCM musste den Wechsel von Jung-Profi Albert Millgramm (21) zum SC Paderborn hinnehmen. Dieser Vorgang sorgte in den Vereinsgremien für erheblichen Unmut. Jaekels Vorgänger Otmar Schork (68) hatte es versäumt, eine Vertragsverlängerung mit Millgramm rechtzeitig anzubahnen, was ihm intern als schwerer Fehler angelastet wurde.
Albert Millgramm galt als großes Talent beim FCM, spielte in der U23 groß auf und ist nun weg. Dieses Szenario soll sich nicht wiederholen. Jaekel trägt die neue Talente-Vorgabe daher zu 100 Prozent mit und hat bereits personell nachgesteuert. Mit Ronny Thielemann (52) holte er sich einen erfahrenen U23-Trainer an die Seite.
Jaekel: Thielemann kennt Verein und Werte
Jaekel begründete die Verpflichtung Thielemanns: „Es war uns besonders wichtig, jemanden zu finden, der unseren Verein sowie seine Werte nicht nur kennt, sondern diese auch lebt und zugleich bereits einen Erfahrungsschatz in der Begleitung und Entwicklung von Top-Talenten gesammelt hat.“ Damit soll die Nachwuchsarbeit auf eine professionellere Basis gestellt werden, um künftige Abgänge von Eigengewächsen zu vermeiden und den FCM langfristig zu stärken.



