WM-Finale: Ferran Torres schießt Spanien zum zweiten Titel – Messi entthront
Ferran Torres schießt Spanien zum WM-Titel

Spanien hat sich zum zweiten Mal nach 2010 den Titel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gesichert. Im Finale von East Rutherford besiegte die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente den Titelverteidiger Argentinien mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung. Das entscheidende Tor erzielte der eingewechselte Ferran Torres vom FC Barcelona in der 106. Minute vor 80.663 Zuschauern.

Messi bleibt ohne Krönung

Für Argentiniens Superstar Lionel Messi, der bei dieser WM mit acht Toren und vier Vorlagen herausragte, endete der Traum von der Titelverteidigung im Alter von 39 Jahren. Messi bestritt als erster Spieler der WM-Historie sein drittes Finale von Beginn an, blieb im Spiel jedoch weitgehend unsichtbar. In der Verlängerung senkte sich eine Flanke auf das Tornetz. Die gesamte argentinische Offensive enttäuschte und blieb über die ersten 110 Minuten ohne Torgefahr.

Spanien dominierte das Spiel über die gesamte Dauer. „Wir haben von Anfang an kontrolliert und nie den Glauben verloren“, sagte Trainer de la Fuente nach dem Spiel. Der 65-Jährige ist der älteste Trainer, der jemals eine WM gewonnen hat. Argentiniens Mittelfeldspieler Enzo Fernández sah in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit nach einem Foul die Gelb-Rote Karte. Zuvor hatte er bereits wegen Reklamierens eine Verwarnung erhalten.

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Spaniens Dominanz und die entscheidende Szene

Die Spanier erwiesen sich als extrem ballsicher und kassierten im gesamten Turnier nur ein Gegentor – beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Bereits im Halbfinale hatten sie die offensive Stärke Frankreichs mit einem souveränen 2:0 erstickt. Im Finale setzte de la Fuente auf die gleiche Startelf wie zuvor. Die erste Halbzeit verlief zäh, beide Teams zeigten großen Respekt voreinander. Erst kurz vor der Pause kamen die Spanier zu ersten Torchancen: Mikel Oyarzabal prüfte Argentiniens Keeper Emiliano Martínez mit einem Flachschuss (39.), Marc Cucurella zielte knapp vorbei (43.).

Nach der Pause erhöhte Spanien den Druck. De la Fuente brachte unter anderem Pedri und Ferran Torres. Martínez zeigte Unsicherheiten, besonders bei einem Schuss von Dani Olmo (64.). In der 90.+8 Minute musste Martínez gegen Lamine Yamal klären. Nachdem Fernández vom Platz gestellt worden war, rettete sich Argentinien zunächst ins Elfmeterschießen. Ein Tor von Nico Williams wurde wegen eines Fouls von Mikel Merino an Nicolas Otamendi nicht anerkannt (96.).

In der Verlängerung traf Ferran Torres dann per Direktabnahme mit links. Damit wiederholte er das Kunststück von Andrés Iniesta, der 2010 gegen die Niederlande ebenfalls in der Verlängerung das Siegtor erzielt hatte. „Es ist unglaublich, ich kann es noch nicht fassen“, sagte Torres nach dem Spiel. Argentinien versuchte danach noch einmal alles, kam aber nicht mehr zum Ausgleich.

Prominente Gäste und Trainerfreundschaft

Neben US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino verfolgten zahlreiche Prominente das Finale, darunter Tom Cruise, Rihanna, David Beckham und Jay-Z. Die Halbzeitshow gestalteten Madonna, Shakira und Justin Bieber. Die beiden Trainer Luis de la Fuente und Lionel Scaloni sind befreundet; de la Fuente war einst Scalonis Lehrer in einem Trainerlehrgang des spanischen Verbands.

Für Argentinien wäre es die dritte erfolgreiche Titelverteidigung nach Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962) gewesen. Stattdessen wurde der Champion von 2022 entthront. Spanien holte sich zwei Jahre nach dem EM-Titel nun auch die WM-Krone.

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