Ex-DFB-Richter Lorenz kritisiert FIFA scharf nach Balogun-Urteil
FIFA-Urteil zu Balogun: Ex-DFB-Richter schlägt Alarm

Ex-DFB-Sportgerichtschef Hans E. Lorenz übt scharfe Kritik an FIFA-Entscheidung

Der langjährige Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, hat die FIFA wegen der aufgehobenen Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun scharf kritisiert und vor möglichen Folgen gewarnt. „Das ist ein fatales Signal für die Sportgerichtsbarkeit in aller Welt. Jeder gesperrte Spieler und sein Verein werden sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen“, sagte Lorenz dem Fachmagazin „Kicker“.

Es werde größter Anstrengungen bedürfen, um diese Entwicklung einzufangen, betonte der frühere Sportrichter, der bis vor vier Wochen noch als Mediator für den Weltverband tätig war. Hintergrund ist ein Vorfall im WM-Spiel der USA gegen Bosnien-Herzegowina: Balogun hatte die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners gelandet war, und war daraufhin für ein Spiel gesperrt worden. Die FIFA setzte die Sperre später für ein Jahr zur Bewährung aus – Medienberichten zufolge, nachdem US-Präsident Donald Trump interveniert haben soll.

Lorenz: „Skandalöses Geschenk“ für Balogun

„Bei diesem Foul – auch wenn sicher keine Verletzungsabsicht dabei war – nur ein Spiel Sperre zu geben, ist ein Geschenk. Dies nun auszusetzen, ist ein Skandal“, erklärte Lorenz. Er kritisierte, dass die FIFA allen Verbänden seit Jahrzehnten mit Sanktionen drohe, sollten sie das Prinzip der Mindestsperre von einem Spiel missachten. „In der Bundesliga hätte Balogun wohl drei Spiele bekommen wegen rohen Spiels, dann hätte man über eine Reduzierung auf zwei diskutieren können. Aber so ist das nun wirklich skandalös“, fügte Lorenz hinzu.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der frühere DFB-Richter sieht durch die FIFA-Entscheidung einen Bruch mit der etablierten Sperren-Praxis. Er befürchtet, dass künftig immer mehr gesperrte Spieler auf eine Aussetzung ihrer Strafen pochen könnten, was die Autorität der Sportgerichtsbarkeit untergraben würde. Die FIFA selbst hat sich bislang nicht offiziell zu den Hintergründen der Entscheidung geäußert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration