Der Druck ist da. Die Favoritenrolle auch. Genau zehn Tage vor dem Drittliga-Start bei der TSG Hoffenheim II ist klar: Für die meisten Experten gehört Hansa Rostock zu den heißesten Aufstiegskandidaten der Liga. Doch die Konkurrenz hat aufgerüstet. Vier Traditionsklubs schicken eine klare Kampfansage Richtung Ostsee.
Fortuna Düsseldorf: Die größte Transfer-Offensive
Mit 15 Neuzugängen hat kein Verein häufiger zugeschlagen als der Zweitliga-Absteiger. Besonders die Verpflichtungen von Dominique Heintz (220 Bundesligaspiele) und Philipp Förster (83 Bundesligaspiele) zeigen, wohin die Reise gehen soll. Saarbrückens Trainer Argirios Giannikis sagt sogar: „Fortuna ist Aufstiegskandidat Nummer eins.“ Klar: Düsseldorf hat Geld und Qualität – und den klaren Auftrag, sofort wieder aufzusteigen.
MSV Duisburg: Euphorie und Erfahrung
Der MSV ist erst im zweiten Jahr zurück im Profifußball und hat mit Ramien Safi (73 Drittligaspiele) und Dominik Kother (67 Zweitligaspiele) gezielt nachgelegt. Dazu kommt die Wucht eines Traditionsvereins, der wieder nach oben will. MSV-Trainer Dietmar Hirsch verweist auf Hansas Sonderstellung: Weil Hansa Stürmer Ryan Naderi für sechs Millionen verkauft wurde, habe die Kogge laut Hirsch einen wirtschaftlichen Vorteil. Doch in Duisburg herrscht Aufbruchsstimmung – die Zebras haben einen Kader zusammengestellt, der sofort oben mitspielen kann.
Rot-Weiss Essen: Die offene Rechnung
Die Relegations-Pleite gegen Greuther Fürth schmerzt bis heute. Erst auf den letzten Metern platzte der Traum von der 2. Liga. Jetzt startet Essen den nächsten Angriff. Vor allem Semir Telalović (26, drei Bundesligaspiele) soll für mehr Durchschlagskraft sorgen. RWE hat bereits bewiesen, wie nah der Klub am Ziel ist. Wer schon so nah dran war, will es diesmal endgültig schaffen.
Preußen Münster: Aufstieg oder Enttäuschung
Nach dem Zweitliga-Abstieg verpflichtete Münster neun neue Spieler. Die Botschaft ist eindeutig: Die 3. Liga soll nur ein Zwischenstopp sein. Kaum ein Verein startet mit größerem Erfolgsdruck. Münster muss liefern – und genau das macht die Preußen so unangenehm.
Und Hansa?
Auch die Rostocker haben nachgelegt. Mit Yannic Stein, Luca Unbehaun, Bernie Lennemann, Emil Holten, Yannick Michaelis, Florian Bohnert, Leon Dajaku, Niklas Kölle und Oussim Karada kamen gleich neun Neue. An Verstärkung mangelt es also nicht. Die entscheidende Frage lautet: Wie schnell schlagen die Neuen ein und bilden mit den Stammkräften eine Einheit? Nach zwei Jahren Drittliga-Alltag gibt es in Rostock keine Ausreden mehr. Es zählt nur der Aufstieg.



