FC Bayern Legende Franz Roth im emotionalen Interview: 'Franz Beckenbauer fehlt mir sehr'
Franz Roth: 'Franz Beckenbauer fehlt mir sehr'

FC Bayern Legende Franz Roth im emotionalen Rückblick: 'Franz fehlt mir sehr'

Franz „Bulle“ Roth, der Mann, der den FC Bayern München in den europäischen Fußballadel führte, blickt in einem exklusiven Interview auf ein bewegtes Fußballerleben zurück. Der dreifache Europapokal-Held, der in den Endspielen von 1967, 1974 und 1975 jeweils das entscheidende 1:0 erzielte, spricht über magische Europapokalnächte, bleibende Erinnerungen und den Geist, der den Klub bis heute prägt.

Die Anfänge im Olympiastadion und unvergessliche Europapokalnächte

Am Fuße des Münchner Olympiastadions, das derzeit saniert wird, erinnert sich der 78-Jährige an seine ersten Schritte in der großen Arena. „1972 war mein erstes Spiel im Olympiastadion – das war sensationell“, erzählt Roth. „Vorher spielten wir im kleinen Grünwalder Stadion vor vielleicht 30.000 Zuschauern. Plötzlich waren es hier 85.000.“ Die Europapokalspiele bezeichnet er als Krönung seiner Karriere: „Die Atmosphäre vergisst du nie.“

Besonders das erste Europapokal-Finale 1967 in Nürnberg bleibt ihm unvergesslich: „Ich kam vom Amateurverein, war erst ein Jahr bei Bayern – und wir gewinnen den Europapokal. Ich schieße das goldene Tor in der Verlängerung. Besser konnte ich es mir nicht vorstellen.“

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Der Ursprung von 'Mia san mia' und legendäre Freundschaften

Roth glaubt, dass seine Generation den Geist des heutigen „Mia san mia“ maßgeblich geprägt hat: „Wir waren eine Mannschaft, die zusammengewachsen ist – mit Spielern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Gerd Müller und Katsche Schwarzenbeck. Wir hatten Selbstvertrauen, aber auch großen Zusammenhalt.“ Dieses Selbstverständnis – „Wir sind der FC Bayern“ – sei im Grunde genau das, was heute mit dem berühmten Motto gemeint sei.

Besonders emotional wird Roth, wenn er über seine verstorbenen Teamkollegen spricht: „Franz fehlt mir sehr. Wir waren nicht nur auf dem Platz ein gutes Team, sondern auch privat eng befreundet. Wir haben viel zusammen unternommen, oft zusammen gelacht – solche Freundschaften bleiben ein Leben lang.“ Auch Gerd Müller vermisse er sehr: „Zehn Jahre gemeinsam beim FC Bayern – das verbindet. Solche Menschen prägen dich fürs Leben.“

Trainer-Anekdoten und der Spitzname 'Bulle'

Seinen Spitznamen verdankt Roth Trainer Zlatko Cajkovski, der ihn als kräftig wie ein „Muh“ beschrieb. Sepp Maier ergänzte damals: „Bei uns heißt das Bulle.“ Zu Hause blieb Roth jedoch immer der Franz.

Unvergessen sind auch die Geschichten rund um die Trainer. Von Branko Zebec, dem härtesten Coach, bis zu Udo Lattek, der eher wie ein Kumpel war. Eine besondere Anekdote erzählt Roth von einem Testspiel in Kulmbach: „Wir sind danach ausgebüxt und in eine Bar gegangen. Plötzlich rief unser Bewacher: 'Der Trainer kommt!' Wir legten uns hinter den Tresen. Udo Lattek kam rein, schaute sich um und sagte nur: 'Ich zähle bis 1000 – dann will ich keinen mehr sehen.' Das war sensationell.“

Die aktuelle Bayern-Mannschaft und Management

Zur aktuellen Bayern-Abwehr hat Roth klare Worte: „Dayot Upamecano hat sich unter Vincent Kompany stark entwickelt. Anfangs war er manchmal für gefährliche Aktionen verantwortlich, aber die Fehler hat er abgestellt.“ Jonathan Tah beschreibt er als extrem stabilen Verteidiger, der fast keinen Zweikampf verliere. Insgesamt habe Bayern vier erstklassige Innenverteidiger.

Über Max Eberl sagt Roth: „Er macht einen wahnsinnig guten Job, arbeitet ruhig und strukturiert. Der Erfolg gibt ihm im Moment absolut recht.“ Dennoch betont er: „Einen Uli Hoeneß gibt es nur einmal. Uli ist der FC Bayern und der FC Bayern ist Uli.“

Was der FC Bayern heute bedeutet

2025 erhielt Roth den Bayerischen Verdienstorden – eine Ehre, die ihn besonders stolz macht. Auf die Frage, was Bayern München heute für ihn bedeutet, antwortet er mit bewegter Stimme: „Alles. Der FC Bayern hat mir alles gegeben – Titel, Freundschaften, ein Leben im Fußball. Für mich ist dieser Verein Familie – und wird immer ein besonderer Teil meines Herzens bleiben.“

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Franz „Bulle“ Roth bleibt damit nicht nur als dreifacher Europapokal-Held in Erinnerung, sondern als lebendiger Teil der Bayern-Geschichte, deren Geist bis heute im Verein weiterlebt.