BVB-Anschlag: Matthias Ginter gesteht anhaltende Ängste nach Bus-Attentat
Ginter: Anhaltende Angst nach BVB-Anschlag

BVB-Anschlag: Matthias Ginter gesteht anhaltende Ängste nach Bus-Attentat

Der ehemalige BVB-Spieler Matthias Ginter hat im Podcast „Copa TS“ von Moderator Tommi Schmitt über den verheerenden Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gesprochen. Der Vorfall ereignete sich am 11. April 2017 vor dem Champions-League-Hinspiel gegen die AS Monaco, als drei Sprengsätze in unmittelbarer Nähe des Busses explodierten und Metallbolzen die Fenster zerschlugen.

„Ich dachte, das war‘s“: Ginters traumatische Erinnerungen

Der heute beim SC Freiburg aktive Innenverteidiger schilderte eindringlich den Moment der Explosion. „Da habe ich gedacht: Okay, das war’s“, berichtete der Familienvater über seine damalige Gefühlswelt. Ginter saß in der vorletzten Reihe an einem Fensterplatz und beschrieb die Hilflosigkeit der Situation: „Ein paar haben geschrien: ‚Auf den Boden‘. Und ich habe gedacht, da kommen jetzt welche rein, das ist jetzt so ein Überfall. Das war mein erster Gedanke.“

Sein damaliger Teamkollege Marc Bartra wurde bei dem Anschlag schwer am Arm verletzt und zog sich unter anderem einen Speichenbruch zu. Ginter hatte Glück im Unglück, da er auf der gegenüberliegenden Seite des Busses saß: „Bartra saß ganz rechts in der Reihe und ich saß ganz links“.

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Bis heute spürbare Folgen des Anschlags

Der 31-Jährige gestand, dass die psychischen Auswirkungen des Anschlags bis in die Gegenwart reichen. „Es gibt schon Momente, wo es mal noch präsent ist, auch heute“, sagte Ginter. Besonders im Mannschaftsbus vermeidet er Fensterplätze: „Heutzutage sitze ich im Mannschaftsbus ungern an der Scheibe.“

In den Wochen und Monaten nach dem einschneidenden Erlebnis bestimmten Anschlagssorgen seinen Alltag: „Wenn ich mit meiner Frau spazieren war in Düsseldorf, und es kam ein langsamer Laster vorbei oder ein Auto, war es schon ein mulmiges Gefühl. Oder wenn man einen Rucksack alleinstehen gesehen hat.“

Lernen, mit der Angst zu leben

Inzwischen, fast neun Jahre nach dem Anschlag, seien die Sorgen nur noch selten präsent. „Ich habe gelernt, damit zu leben, dass es dazugehört. Ich habe keine größeren Probleme mehr“, schilderte der Nationalspieler. Dennoch dachte er nach dem Ereignis kurzzeitig sogar ans Karriereende.

Letztlich entschied er sich jedoch für den weiteren Fußballweg, da „es im Leben nirgendwo eine 100-prozentige Sicherheit gibt. Es war eine Entscheidung für den Fußball und generell für das Leben“. Diese Reflexion zeigt, wie tiefgreifend solche traumatischen Erlebnisse Profisportler beeinflussen können, selbst Jahre nach dem eigentlichen Geschehen.

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