Hannover 96: Profi-Stars pauken Deutsch - Schulklasse im Fußball-Alltag
Hannover 96: Profi-Stars pauken Deutsch im Schulalltag

Hannover 96: Die Profi-Stars im Klassenzimmer

Während Hannover 96 in der 2. Fußball-Bundesliga von Erfolg zu Erfolg eilt und mit vier Siegen in Serie voll auf Aufstiegskurs ist, müssen zahlreiche Profis der Roten regelmäßig ein ungewöhnliches Training absolvieren: den Deutschunterricht. Die Niedersachsen feiern sportliche Höhenflüge und liegen nur einen Punkt hinter dem zweiten Tabellenplatz, doch abseits des Rasens drücken internationale Spieler die Schulbank.

Internationale Schulklasse im Profifußball

Der in Johannesburg geborene Verteidiger Ime Okon (21) berichtet lachend von diesem besonderen Teil des Profialltags: „Wir haben mehrmals die Woche Unterricht und lernen dort die deutsche Sprache. Das ist gar nicht so einfach, weil Deutsch eine schwere Sprache ist. Aber wir zeigen alle Engagement, um die Sprache zu lernen.“ Der junge Abwehrspieler, der diese Saison bereits zwei Tore in 14 Zweitligaspielen erzielte, ergänzt: „Ich lerne zusammen mit den Spielern, die ebenfalls nicht aus Deutschland kommen.“

Zu dieser internationalen Lerngruppe gehören Mustapha Bundu, Mwisho Mhango, Waniss Taibi, William Kokolo, Daisuke Yokota, Hayate Matsuda und Stefán Thórdarson. Okon beschreibt die Atmosphäre: „Es ist wie eine Schulklasse auf einer internationalen Schule. Wir haben dabei auch alle Spaß.“ Der Verteidiger betont die Bedeutung dieser Sprachkurse: „Es wird bei jedem von uns immer besser. Das Lernen der deutschen Sprache ist ja auch sehr wichtig für die Integration und das Verstehen der Mitspieler in der Mannschaft.“

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Vom Klassenzimmer auf den Fußballplatz

Auf dem Rasen benötigt der 96-Verteidiger hingegen keine Nachhilfe mehr. Der Rechtsfuß hat sich seinen Stammplatz auf der linken Abwehrseite zurückerkämpft und entwickelt sich kontinuierlich weiter. „Wir müssen alle immer hart arbeiten. Und wenn du hart arbeitest, dann kommt alles von allein, daran glaube ich“, so Okon über seine Philosophie. Persönliche Ziele verfolgt der Südafrikaner ebenfalls: Fünf Einsätze für sein Geburtsland hat er bereits absolviert und hofft auf eine Nominierung für die bevorstehende WM in Kanada, Mexiko und den USA. „Ich bin noch jung und versuche einfach, mein Bestes zu geben, und dann wird man sehen, was passiert“, erklärt der ambitionierte Profi.

Die Umstellung vom afrikanischen auf den deutschen Fußball gelingt ihm dabei zunehmend besser: „Ich lerne jeden Tag, auch kleine Dinge, die man erst bei genauerem Hinschauen sieht, wie Positionierungen oder bestimmte Bewegungen.“ Privat lebt Okon allein in Hannover und kommt gut zurecht: „Es läuft gut. Ich kann auch gut kochen, obwohl ich jetzt nichts Verrücktes zubereite. In der Regel gibt es bei mir Reis oder Nudeln.“

Integration als Erfolgsfaktor

Die Deutschkurse bei Hannover 96 zeigen, wie professionell der Verein die Integration internationaler Spieler angeht. Während die Mannschaft sportlich brilliert, wird parallel die sprachliche und kulturelle Einbindung der Profis systematisch gefördert. Diese Doppelstrategie aus sportlichem Erfolg und sozialer Integration könnte sich als entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung des Teams erweisen. Die „Schulklasse der Stars“ ist somit nicht nur ein Kuriosum, sondern ein integraler Bestandteil des Vereinskonzepts, das sportliche Ambitionen mit sozialer Verantwortung verbindet.

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