Dynamo Dresden hat bei den Transferplanungen für die kommende Saison in den letzten Tagen enorm an Tempo zugelegt. Das hochgesteckte Ziel, zum Trainingsauftakt am Donnerstag 90 Prozent des Kaders beisammen zu haben, hat Sportchef Sören Gonther eindrucksvoll erfüllt. Doch es gibt weiterhin Hängepartien mit ungewissem Ausgang – eine davon ist die Personalie Ben Bobzien.
Bobzien: Leihstar der Rückrunde
Der 23-jährige Flügelflitzer wurde im vergangenen Winter vom Bundesligisten Mainz 05 ausgeliehen und trumpfte in der Rückrunde groß auf. Vier Tore und fünf Vorlagen in 15 Spielen sind ein eindrucksvoller Beleg seiner Klasse. Wendig und antrittsschnell geht der frühere U20-Nationalspieler mutig und selbstbewusst in 1:1-Situationen und kreiert so völlig neue Spielsituationen und Optionen. Kein Wunder, dass Dynamo alles daran setzt, sich die Dienste von Bobzien auch für die Zukunft zu sichern – und bereit ist, bis an die finanzielle Schmerzgrenze zu gehen.
Heidel: Bisher nur Interesse hinterlegt
Der aktuelle Stand: Alles ist offen. Das bestätigt auch Christian Heidel, Vorstand Sport bei Mainz 05, wo Bobzien noch bis 2027 unter Vertrag steht. „Wir waren bisher einmal mit Dresden im Austausch. Da hat Dynamo sein Interesse hinterlegt, mehr gab es noch nicht“, sagte Heidel. „Wir können nicht verhandeln, solange wir nicht wissen, was der Spieler will – und er ist noch nicht auf uns zugekommen.“
Wie die Bild-Zeitung berichtet, gibt es neben Dynamo Dresden mehrere andere Interessenten, die Bobzien auf dem Zettel haben. Der 23-Jährige hat sich durch seine starken Auftritte für die SGD einen Markt geschaffen. Durchaus denkbar, dass er auf ein Angebot aus der Bundesliga wartet.
Bundesliga-Angebot könnte Dynamo überfordern
Sollte tatsächlich ein Angebot aus der Bundesliga kommen, könnte Dynamo im Ablösepoker um den gebürtigen Gießener (Marktwert: zwei Millionen Euro) wohl nur schwer bis gar nicht mithalten. Mögliche Kandidaten wären wohl am ehesten die Aufsteiger Paderborn, Schalke und Elversberg. Gegen die SVE könnte allerdings sprechen, dass Bobzien dort schon einmal spielte – und das nicht unbedingt erfolgreich. In der Rückrunde der Saison 2022/23 an den damaligen Drittligisten ausgeliehen, kam er nur auf 14 Kurzeinsätze mit lediglich einer Torvorlage.
Dresden: Abwarten und Alternativen prüfen
So oder so: Den Dresdnern bleibt erstmal nichts anderes übrig, als abzuwarten und mögliche Alternativen im Blick zu haben. Eine davon ist Vladimir Lucic (23) von Roter Stern Belgrad.



