Mission Aufholjagd: Hertha BSC will als Jäger Siegesserie starten
Es ist mehr als nur ein Fußballspiel – es ist ein echtes Endspiel. Wenn Hertha BSC am Sonntag um 13.30 Uhr auf den SC Paderborn trifft, geht es um die vielleicht letzte realistische Chance im Aufstiegsrennen der Zweiten Bundesliga. Acht Punkte Rückstand auf den zweiten Platz sind eine gewaltige Herausforderung, doch Trainer Stefan Leitl gibt vor diesem Top-Spiel die klare Richtung vor: „Wir wollen eine Siegesserie starten.“
Selbstvertrauen statt Druck: „Wir sind der Jäger“
Statt zusätzlichen Druck aufzubauen, setzt der 48-jährige Trainer bewusst auf Selbstvertrauen und eine positive Grundstimmung. „Dass wir hinten dran sind, ist nichts Negatives, man kann es auch positiv sehen. Wir sind der Jäger“, erklärt Leitl mit Nachdruck. Laut seiner Analyse spielt sein Team inzwischen einen deutlich besseren Fußball als noch in der Hinrunde, ist dominanter und kreiert mehr Torchancen.
Seine konkrete Hoffnung für das Paderborn-Spiel formuliert er so: „Wenn wir in Führung gehen, sieht das Ergebnis anders aus. Und wenn die Räume größer werden, ist es besser für uns.“ Klar ist dabei: Sein Matchplan liegt vor allem auf dem schnellen Umschaltspiel und effektiven Kontern, denn reine Ballbesitzdominanz hat Hertha in dieser Saison kaum gezeigt.
Defensiv-Verhalten als Schlüssel zum Erfolg
Stefan Leitl hat das zentrale Problem der letzten Wochen klar identifiziert. Zu oft lief Hertha BSC früh einem Rückstand hinterher, was die Spiele von Beginn an erschwerte. Offen spricht der Trainer das Defensiv-Verhalten an: „Wir müssen alle besser verteidigen, bekommen zu viele Gegentore. Noch disziplinierter gegen den Ball spielen und auch bei Standards das eigene Tor besser verteidigen.“
Diese defensive Stabilität wird gegen den offensiv starken SC Paderborn von entscheidender Bedeutung sein. Gleichzeitig gibt es gute Nachrichten aus dem Kader: Diego Demme, der erfahrene Mittelfeldspieler, ist seit dieser Woche zurück auf dem Trainingsplatz und absolviert individuelle Einheiten.
Diego Demme: Comeback nach schweren Verletzungen
Der 34-jährige Demme hatte im vergangenen Jahr mit den Nachwirkungen einer schweren Gehirnerschütterung zu kämpfen, litt unter anhaltenden Schwindelgefühlen und musste monatelang pausieren. Anfang 2026 fiel er zusätzlich nach einer Gesichtsverletzung durch einen Balltreffer sowie wegen einer hartnäckigen Infektwelle aus. Seine Rückkehr wäre ein wichtiger Boost für das Mittelfeld von Hertha BSC.
Vollständige Unterstützung aus Berlin
Die Berliner Fans zeigen sich ebenfalls kampfbereit: 1500 Hertha-Anhänger reisen nach Ostwestfalen, der komplette Gästeblock ist bereits ausverkauft. Sie werden ihre Mannschaft lautstark unterstützen, die voraussichtlich in folgender Aufstellung antreten wird: Ernst – Eitschberger, Gechter, Dardai, Karbownik – Klemens, Seguin – Brekalo, Cuisance, Reese – Schuler.
Dieses Spiel könnte zur Weichenstellung für den Rest der Saison werden. Mit einer Siegesserie, wie sie Stefan Leitl ankündigt, könnte Hertha BSC die Aufholjagd im Aufstiegsrennen tatsächlich noch spannend gestalten. Die Berliner gehen als Jäger aufs Feld – ob diese Strategie gegen Paderborn aufgeht, wird sich am Sonntag zeigen.



