Hertha BSC in der Finanzklemme: Lizenzverlust droht bei negativem Eigenkapital
Der Berliner Fußballklub Hertha BSC steht vor einer existenziellen Herausforderung. Trotz eines kleinen Gewinns von 385.000 Euro im zweiten Halbjahr 2025 belasten den Verein Verbindlichkeiten in Höhe von 49,8 Millionen Euro. Das eigentliche Problem liegt jedoch im negativen Eigenkapital, das zum Stichtag 31. Dezember 2025 bei alarmierenden 38,0 Millionen Euro lag.
Die DFL-Vorgaben und die drohenden Konsequenzen
Gemäß der Lizenzierungsordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) müssen Zweitliga-Klubs entweder über ein positives Eigenkapital verfügen oder dieses innerhalb eines Jahres um mindestens fünf Prozent verbessern. Hertha BSC erfüllt aktuell keine dieser Bedingungen. Das negative Eigenkapital hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verschlechtert – von 32,5 Millionen Euro auf 38,0 Millionen Euro.
Damit liegt der Klub ganze 7,1 Millionen Euro vom geforderten Zielwert entfernt. Die DFL könnte harte Sanktionen verhängen, die von empfindlichen Geldstrafen bis hin zu Punktabzügen in der kommenden Saison reichen. Besonders brisant: Hertha BSC gilt als Wiederholungstäter, nachdem der Verein bereits in der Vergangenheit Auflagen erhalten hatte.
Die Hintergründe der finanziellen Misere
Die aktuelle Situation hat historische Wurzeln. Nach der Insolvenz des ehemaligen Investors 777 Partners im Oktober 2024 übernahm der Hauptgläubiger A-Cap die Hertha-Anteile von 78,8 Prozent. Die amerikanischen Investoren zeigen jedoch kein Interesse daran, frisches Kapital in den Klub zu stecken – vielmehr suchen sie nach Käufern für ihre Anteile.
Finanzvorstand Ralf Huschen steht vor einer schwierigen Aufgabe. Eine Möglichkeit wäre die Aufnahme nachrangiger Darlehen, bei denen Kreditgeber auf Zinsen verzichten und zwölf Monate lang hinter anderen Gläubigern zurückstehen. Doch solche Investoren gehen ein hohes Risiko ein und sind schwer zu finden.
Der Zeitdruck und die Aussichten
Bis zum 15. März 2026 muss Hertha BSC seine Lizenzunterlagen bei der DFL einreichen. Bis dahin muss der Klub nachbessern, um die Lizenz für die kommende Saison zu sichern. Auf Nachfragen zu den Lizenz-Fragen wollte sich der Verein bisher nicht äußern.
Die Situation ist ernst: Sollte es nicht gelingen, das Eigenkapital zu verbessern, drohen dem Traditionsklub nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch sportliche Konsequenzen, die den Wiederaufstieg in die Bundesliga gefährden könnten.



