Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand hat Manuel Neuer nach der 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador bei der Fußball-Weltmeisterschaft vehement verteidigt. In einem Instagram-Video wandte sich der 47-Jährige gegen die öffentliche Kritik, die Neuer nach dem Spiel als Sündenbock darstellte. Hildebrand machte stattdessen Medien und Fans für die ungerechtfertigte Debatte verantwortlich.
Hildebrand: „Jeder sucht ja wieder einen Schuldigen“
Hildebrand zeigte sich verärgert über die Schlagzeilen, die von einem „Torwartpatzer“ oder „Torwartfehler“ Neuers sprachen. „Ich sag's euch, ihr habt alle keine Ahnung“, erklärte der frühere Bundesliga-Keeper. Ihn ärgere die Debatte „richtig hart“. „Jetzt soll Neuer der Depp sein. Das kotzt mich richtig an“, so Hildebrand wörtlich.
Der Ex-Nationalspieler betonte, dass dem Gegentor zum 1:2 mehrere Fehler von Feldspielern vorausgegangen seien. David Raum habe ein Kopfballduell verloren, Jamal Musiala habe sich „wegschubsen lassen wie ein Schuljunge“ und Jonathan Tah habe falsch gestanden. „Der Einzige in dieser Szene, der sich richtig verhält, ist Toni Rüdiger“, sagte Hildebrand. Neuer habe sich in der Situation entschieden, den Ball zu fangen, den gegnerischen Spieler aber nicht gesehen.
Forderung: Feldspieler in die Pflicht nehmen
Hildebrand forderte, Neuer in Ruhe zu lassen und stattdessen die Fehler der Feldspieler zu analysieren. „Lasst mal Neuer in Ruhe“, appellierte er. Die Kritik an der deutschen Nummer eins sei unverhältnismäßig, da mehrere Akteure vor dem Gegentor Fehler gemacht hätten.
Die Niederlage gegen Ecuador war für die deutsche Nationalmannschaft ein Rückschlag im Turnier. Die öffentliche Diskussion konzentrierte sich jedoch schnell auf Manuel Neuer, der in der 54. Minute beim Gegentor nicht optimal reagiert hatte. Hildebrands Intervention stellt eine deutliche Gegenposition zu dieser Kritik dar.
Der frühere Torhüter, der selbst 52 Länderspiele absolvierte, unterstrich seine Solidarität mit Neuer. „Ihr habt alle keine Ahnung“, wiederholte er und machte deutlich, dass die Schuldzuweisungen an Neuer fachlich nicht haltbar seien.



